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Cake day: July 9th, 2025

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Mittwoch, den 30.09.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE: Von Westen her allmählich Ende des außergewöhnlich warmen Spätsommers mit teils gewittrigen (Stark)Regenfällen, die im Osten sehr wahrscheinlich aber nicht ankommen.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 06 UTC

Aktuell …

befindet sich Deutschland nach wie vor zwischen dem kernigen Sturm- bzw. Orkantief EVA, das gerade dabei ist, entlang von 20° West nordwärts in Richtung Island zu ziehen. Dabei weist es noch immer einen Kerndruck zwischen 950 und 955 hPa auf, was eine sehr bemerkenswerte Hausnummer darstellt. Auf der anderen, der kontinentalen Seite haben wir ARNO und BORCHERT, ihres Zeichens Hochdruckgebiete, die inzwischen zu einem System verschmolzen sind, wobei der ältere ARNO dem jüngeren BORCHERT mehr und mehr die Regentschaft überlässt. Das Zentrum ist heute Abend über Finnland zu finden, wo der Maximalluftdruck etwa bei 1038 hPa liegt. Es versteht sich von selbst, dass solche Alphatiere auch in der mittleren und oberen Troposphäre ihre Fußabdrücke hinterlassen. So hat sich das Sturmtief schon sehr weit nach oben geschraubt, wo inmitten eines ausgewiesenen Potenzialtrogs über dem Ostatlantik mehrere abgeschlossene Isohypsen zu finden sind. Das Hoch wiederum wird von einem wuchtigen Rücken gestützt, der sich von NW-Afrika bis hoch nach Fennoskandien erstreckt mit dem Hang, knapp ost-nordöstlich von uns eine abgeschlossene Höhenantizyklone zu formieren.

Es verwundert nicht wirklich, dass es mit der Progression in dieser fast schon als lehrbuchartig zu bezeichnenden Low-Index-Zirkulation nicht allzu fortschrittlich bestellt ist. Zumal auf der Südwestflanke des atlantischen Troges respektive des Sturmtiefs auch noch das Azorenhoch thront, das der gesamten Strömungskonfiguration noch mehr Festigkeit verleiht. Trotzdem und obwohl die gute EVA nach Norden abdriftet, schafft es die zugehörige Kaltfront soweit Boden nach Osten hin gutzumachen, dass wir davon profitieren und sich das Wetter zumindest in Teilen des Landes ändert. Der entscheidende Push kommt dabei von einem Randtrog, der sich aus dem Hauptsystem löst, in der Nacht und am Donnerstagvormittag UK/Irland passiert, um danach die Nordsee, Benelux und Frankreich anzuvisieren.

Vorderseitig wurde und wird nochmal warme bis sehr warme, in den Westen und Südwesten z.T. sogar heiße Subtropikluft advehiert (dort stellenweise 30°C oder etwas darüber). Wie die letzten Tage auch war es tagsüber noch eine trockene Warmluft (xS mit Hang zu cS), was sich im Westen nun aber rasch ändern wird (=> mS). Dort nimmt der Wasserdampfgehalt in den nächsten Stunden signifikant zu auf bis zu 35/40 mm PPW am Morgen. Das ist ´ne Menge Holz, mit dem man durchaus was anfangen kann. Allerdings mangelt es zunächst noch an substanziellen Hebungsimpulsen, weil die sich nähernde Front keinerlei Support aus der Höhe erfährt und die Rinne bzw. der Bodentrog, wo sie eingelagert ist, noch westlich von uns verbleibt. Kurzum, neben dichter Bewölkung greifen auch die ersten Schauer bzw. schauerartigen Regenfälle über (vor allem westliches NDS bis hinunter zum Saarland/Pfalz), die von ihrer Intensität aber noch recht schwach skaliert sind. Ob es sogar für ein kurzes Gewitter reicht, ist angesichts stark limitierter und abgehobener Labilität (nur ganz wenig MU-CAPE) mehr als fraglich.

Weniger fraglich hingegen die Tatsache, dass die Nacht in weiten Landesteilen trocken und vornehmlich nach Osten hin auch gering bewölkt oder klar über die Bühne geht. Im Südosten sind hier und da ein paar flache Nebelfelder denkbar, für die dicke und ausgedehnte “Suppe” ist die Luft aber nach wie vor zu trocken. Das erklärt auch (neben fehlender Bewölkung), warum der Südosten morgen früh wieder mal die kälteste Ecke im Deutschlandvergleich darstellt. So dürfte im östlichen und nordöstlichen Bayern abermals die 5°C-Marke punktuell unterschritten werden, während im Westen gleichzeitig Minima von 17, 18 oder gar 19°C auf dem Zettel stehen.

Donnerstag …

greift die Front noch am Vormittag auf Deutschland, genau genommen auf West- und Nordwestdeutschland über, während sie im Süden etwas zurückhängt. Bedeutet vor allem für die Gebiete zwischen Nordsee und RP/Saarland schauerartig verstärkte Regenfälle unterschiedlicher Intensität, während BaWü bis zum Mittag noch gar nicht oder nur peripher und abgeschwächt (Westen) betroffen ist. AROME und auch SuperHD simulieren dabei schon am Vormittag ein paar Starkregenhotspots in unterschiedlichen Regionen, wohingegen ICON incl. EPS noch zurückhaltend bezüglich der (mehr)stündlichen Regenraten agiert. Erst im Laufe des Nachmittags und Abends nehmen die die Signale diesbezüglich auch in der deutschen Modellkette zu - synoptisch absolut nachvollziehbar angesichts der Tatsache, dass der o.e. Randtrog immer näher kommt und fruchtbaren Kontakt zur Front aufnimmt (veritables PVA-Maximum auf der Vorderseite).

Unschärfen respektive Modellunterschiede bleiben aber weiterhin bestehen. Sie betreffen einerseits die genauen regionalen Schwerpunkte mit erhöhtem Starkregenpotenzial (sei es einstündig mit 15 bis 25 l/m² oder mehrstündig mit 20 bis 35 l/m², lokal noch höhere Mengen (Unwetter) nicht ausgeschlossen), andererseits das Auftreten potenzieller Gewitter. Zu Punkt 1 lässt sich sagen, dass die hochaufgelösten Modelle von Lauf zu Lauf die Maxima etwas verschieben, das Bundesland RP sowie Teile von Hessen und NRW aber immer wieder (auch bei externen Modellen) betroffen sind. Zu Punkt 2 lässt sich sagen, dass die Luftmasse knapp vor bzw. im Frontbereich weiterhin sehr, sehr feucht, aber nur überschaubar labil ist. Konvektive Verstärkungen bzw. Hotspots wird es sicher geben, jedoch müssen diese nicht zwingend elektrisch sein. Einzelne in den Regen eingelagerte Gewitter mit Starkregen sollte man aber trotzdem ins Kalkül ziehen, insbesondere zum Abend hin. Bei aller Diskussion und Friemelei über die morgigen Ereignisse, wie sie denn ablaufen könnten, dürfen wir Warnmeteorologen uns nicht zu wichtig nehmen und vor allem die Mengen nicht auf die Goldwaage legen. Klar, wenn´s richtig fett schüttet, muss ´ne Warnung ausgegeben werden, notfalls auch in der Farbe Rot. Ansonsten sollten wir uns aber freuen, dass es in diesen trockenen Zeiten endlich mal wieder regnet, bevor nämlich schon bald das nächste Hoch - Gott zum Gruße CORTE - übernimmt.

Fakt ist, dass weite Teile der Osthälfte sowie nahezu ganz Süddeutschland vom frontalen Niederschlagsgeschehen tagsüber nicht betroffen sein werden. Dort pustet der Südost- bis Ostwind weiterhin trockene und ziemlich warme Luft heran (T850 12 bis 15°C => Tmax 23 bis 27°C), in der für lange Zeit die Sonne scheint. Allerdings machen sich im westlichen Teil der Osthälfte im Tagesverlauf dann zumindest hohe und mittelhohe Wolken bemerkbar. Ach ja, apropos Westen, nicht wenige Hinweise deuten darauf hin, dass es im äußersten Westen und Nordwesten (grob Niederrhein bis Ostfriesland) ab dem Nachmittag bereits beginnt abzutrocknen. Mit Winddrehung auf West strömt postfrontal allmählich wieder trockenere und stabile Subpolarluft ein (mPs; T850 knapp unter 10°C), in der die Regen-/Schauerwahrscheinlichkeit abnimmt. Allgemein werden im Westen und Nordwesten nur noch 18 bis 22°C Höchsttemperatur erwartet.

In der Nacht zum Freitag kommt die Front noch etwas weiter nach Osten voran, wobei eine Wellenbildung nicht ausgeschlossen scheint. Wie und wo genau lässt sich aber noch nicht belastbar sagen. Auf alle Fälle kommt es in einem von Norddeutschland bis in den Südwesten verlaufenden Streifen zu weiteren Regenfällen/Schauern mit vor allem in der ersten Nachthälfte regional begrenzter Starkregengefahr. In der zweiten Nachthälfte sind dann schon abnehmende Tendenzen erkennbar, was wohl im Wesentlichen der schlechter werdenden Zusammenarbeit zwischen Front und dem langsam nordwärts abdriftenden Randtrog geschuldet ist. Gleichwohl offerieren einige Modelle auch nach Mitternacht noch ein paar wenige Maxima in Starkregennähe, wobei sich u.a. das Allgäu und Umgebung herauszukristallisieren scheinen. Summa summarum lässt sich konstatieren, dass akkumuliert über 24 Stunden (Starkregenhotspots mal ausgeklammert) in Teilen der Westhälfte Flächenniederschläge zwischen 10 und 30 l/m² zusammenkommen - erfreulich, aber bei Weitem nicht genug.

Nicht regnen wird es in der Nacht sehr wahrscheinlich von Vorpommern über Sachsen bis hinunter nach Oberbayern, wo nach wie vor die ost-nordosteuropäische Blockade den frontalen Expansionsbemühungen den Zahn zieht. Und auch ganz im Westen bzw. Nordwesten passiert nicht mehr viel, weil zu der neuen Luftmasse (siehe oben) auch noch Druckanstieg dazukommt. Meister CORTE, als Azorenhochkeil gestartet, macht sich über Frankreich selbstständig (1030+X-hPa-Parzelle) und bereitet sich auf den Zusammenschluss mit Blocking-BORCHERT vor. Na denn mal los…


Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC

Freitag …

wird´s frontolytisch. Druck von hinten (CORTE), Druck von vorne (BORCHERT) machen es der Front sowie der Rinne, in der diese liegt, schwer zu überleben. Und so kommt es wie es kommen muss: Die Front löst sich sukzessive auf, die Rinne wird zugeschüttet und die beiden Hochs vereinigen sich respektive bilden eine Brücke Azorenhoch-Kontinentalhoch. Die Regenwahrscheinlichkeit geht deutlich zurück, im Westen und Nordwesten lockert die Wolkendecke zunehmend auf. Thermisch reicht´s dann allerdings nur noch für 17 bis 23°C.

Modellvergleich und -einschätzung

Im Grunde wurde alles angesprochen, was aber mitnichten alle Fragen beantwortet. Gerade die Detailabläufe morgen tagsüber sowie in der Nacht zum Freitag lassen noch die ein oder andere Variante offen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Montag, den 28.09.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: GWL: Sa (Süd antizyklonal)

Spätsommer par excellence - ARNO und BORCHERT mit warmem bis sehr warmem Septemberausklang.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 24 UTC

Montag…

starten wir weiterhin mit einer fetten Blockierung in die neue Woche und gleichzeitig letzten Septembertage, die noch träger und inspirationsloser ist als das das pomadige Spiel der Kloppo-Kicker vs. Hellas. Sa (Süd antizyklonal) als GWL-Muster sagt eigentlich alles. Abgetrocknete Subtropikluft (xSp/xS) sowie ein antizyklonales Strömungssetup sorgen insbesondere wegen der hohen Temperaturen für einen durchaus als außergewöhnlich zu bezeichnenden Spätsommer. 31,6°C wurden gestern in Müllheim am Oberrhein gemessen, an einem 27. September. Zwar kein Allzeitrekord für die letzte Dekade, aber einer von vielen Stationsdekadenrekorden. Auch die Frühtemperaturen von heute Morgen sind erwähnenswert. So wurden bei Dienstübergabe in Wernigerode im Ostharz satte 20,2°C gemessen (danach ist die Temperatur bis 6 UTC noch auf 13,1°C abgesackt), während es gleichzeitig in Teilen Ober- und Niederbayerns nur rund 4°C waren. Solch großen Spannen kommen meist dann zustande, wenn Föhn- respektive Überströmungseffekte greifen (in Barsinghausen west-südwestlich von Hannover beispielsweise war es mit 19,2°C ebenfalls alles andere als kalt - hier war der berühmte Deisterföhn am Werk, wie er schon in den 1980iger-Jahren vom legendären Professor Rainer Roth am Meteorologischen Institut der Uni Hannover gelehrt wurde).

Doch zurück zum Hier und Jetzt und damit zur Großwetterlage, die ganz vereinfacht gesprochen von zwei Hauptprotagonisten bestimmt wird. Auf der einen, der Atlantikseite ein zur Zeit noch sehr breitgelatschter Potenzialtrog, der in den nächsten Tagen seine Wellenlänge aber deutlich verkürzt. Korrespondierend dazu lässt sich in der Bodendruckverteilung eine mit diversen Kernen gespickte Tiefdruckzone ausmachen, die vom Seegebiet westlich der Iberischen Halbinsel über das Nord- bis hoch zum Polarmeer reicht. Aus diesem Konglomerat wird sich bis Mittwoch ein außergewöhnliches Sturm- bzw. Orkantief entwickeln, das im Kern der 950-hPa-Marke sehr nahekommt. Auf der anderen, der kontinentalen Seite notieren wir das krasse Gegenteil: ein sich von NO-Europa bis zum zentralen Mittelmeer erstreckendes Hoch (ARNO der Große), das von einem ausladenden Rücken gestützt wird. Unterstützt wird ARNO von BORCHERT, der sich als “Randhoch” über UK/Irland und der Nordsee entwickelt, um von dort in den nächsten Tagen nach Nordeuropa zu wandern und sich dem Zentrum von ARNO anzuschließen.

Die kleine Schwachstelle in diesem ansonsten hochgradig antizyklonal dominierten Konstrukt befindet sich über Nordwestdeutschland nebst Anrainern, wo sich am warmen Rand der Frontalzone (die den vorderen Rand des o.e. Troges markiert) eine Rinne mit eingelagerter, zur Wellenbildung neigenden Kaltfront eingenistet hat. Angebunden ist die Front an ein Nordmeertief namens DAPHNE, das heute der südwestlichen Höhenströmung folgend an Spitzbergen vorbei in die Polgegend verschwindet. Im Frontalbereich ziehen immer wieder mehrschichtige Wolken über den Westen und Nordwesten hinweg, aus denen vor allem im Nordseeumfeld, aber auch ein kleines Stück landeinwärts mitunter ein paar Tropfen fallen. Es gibt sogar leichte Andeutungen, dass es auch mal rumsen kann. Feucht genug ist die Luftmasse in den genannten Regionen mit über 30 mm PPW allemal, aber reicht die Labilität? Die Prognosesoundings von heute Nachmittag weisen zwischen 800 und 750 hPa eine leichte Sperrschicht auf, die angesichts der nur schwach vorhandenen Hebungsimpulse schwer zu sprengen sein dürfte.

Im größten Teil des Landes scheint heute abgesehen von durchziehenden Schleierwolken oder wenigen AC-Schollen die Sonne, die die Luft kräftig erwärmt auf verbreitet 24 bis 30°C, im Südwesten punktuell sogar darüber. Lediglich im bewölkten Nordwesten sowie im Küstenumfeld wird es nicht ganz so warm, aber mitnichten kalt (Höchstwerte meist über 20°C). Vom Wind gibt es eigentlich nur die Vielfalt der Richtungen zu berichten. Mal kommt er aus Osten oder Südosten (Osten/Süden), mal aus westlichen Richtungen (Nordwesten/Norden), mal ist er umlaufend, aber nie besonders flott.

In der Nacht zum Dienstag verlagert das Randhoch BORCHERT seinen Schwerpunkt nach Südskandinavien. Allgemein steigt der Luftdruck bei uns, aber auch in der Nachbarschaft noch etwas an, was es der wellenden Kaltfront schwermacht, sich auf den Karten zu behaupten. Gerade in ihrem Südteil dürfte sie kurz vor der Auflösung stehen, während sie weiter nördlich als Warmfront allmählich Richtung Deutsche Bucht und Dänemark gesteuert wird.

Wettertechnisch bedeutet das für den Nordwesten und Teile Norddeutschlands einen stark bewölkten bis bedeckten Nachthimmel. Vom Niederrhein bis hinüber nach SH regnet es zeitweise (meist unter 5 l/m², nur lokal etwas mehr) und selbst das Thema “Gewitter” ist nicht vollkommen vom Tisch. Wenn, dann dürfte es aber nur zu kurzen Zuckungen reichen. Ansonsten verläuft die Nacht überwiegend gering bewölkt oder klar. Nebel bleibt weiterhin unterrepräsentiert, weil die Luft einfach zu trocken ist. Vielleicht reicht es im Übergangsbereich von der feuchten Luft im Nordwesten zur Mitte hin für ein paar Nebelfelder oder aber - flach - im Süden und Südosten. Weiterhin heterogen präsentieren sich die Nachttemperaturen. So kann es im klaren Südosten in entkoppelter Grundschicht und “günstiger” Topografie auf unter 5°C abkühlen. Bedingt durch die scharfe und tiefliegende Inversion können aber wenige Dekameter Höhengewinn schon ausreichen, um deutlich höhere Temperaturen zu generieren respektive es nicht soweit abkühlen zu lassen. Mild bleibt die Nacht auf alle Fälle im Westen und Norden, häufig bedingt durch die Bewölkung. Teils kühlt es nicht unter 16 oder 17°C ab und in einigen Hanglagen sind gar noch höhere Werte nicht ausgeschlossen.

Dienstag…

verkürzt der atlantische Trog spürbar seine Wellenlänge bei gleichzeitig stark meridionaler Ausrichtung seiner Hauptachse. Auf der diffluenten Vorderseite wird west-nordwestlich der Grünen Insel die meiste Höhendivergenz erzeugt, was kräftiges Auspumpen sprich Druckfall zur Folge hat. Zum Ende des Tages hat sich ein veritables Sturmtief gebildet, das im Kern auf schlagzeilenträchtige 960 hPa kommt. Derweil orientiert sich Hoch BORCHERT gen Schweden, wo er seinem “Ziehvater” ARNO (Grenzbereich Baltikum/Belarus) allmählich näherkommt. Getrennt werden die beiden durch die o.e. Warmfront, die sich mit der süd-südwestlichen Höhenströmung langsam über die Nord- und Ostsee gen Südskandinavien verlagert. Damit geht die ohnehin nicht überbordend ausgeprägte Regenwahrscheinlichkeit im Norden deutlich zurück und auch bewölkungstechnisch wird es von Süden her weniger. Zumindest die tiefen Wolken dürften am Nachmittag weitgehend verschwunden sein, wohingegen das hohe und mittelhohe Stockwerk noch solide bedient wird.

Ansonsten bietet der vorletzte Septembertag Spätsommer aus dem obersten Regal. Zwar ist der Himmel mitnichten allerorten blankgeputzt (vor allem hohe, gebietsweise auch mittelhohe Wolken; am wenigsten Wolken werden im Südosten etwa von der Lausitz bis hinunter nach Oberbayern erwartet). Dafür geht´s thermisch noch mal in die Vollen, auch wenn die 30°C-Marke in der nun allgemein auf östliche Richtungen drehenden und bisweilen etwas auflebenden Strömung wohl nicht mehr überschritten wird. 23 bis knapp 30°C sind aber immer noch aller Ehren wert, einig ganz im Norden werden etwas kleinere Brötchen gebacken.

In der Nacht zum Mittwoch tut sich weiterhin wenig beim Wetter. Zwischen dem Orkantief west-nordwestlich von Irland und dem hohen Druck über Skandinavien bzw. dem nahen Osteuropa verbleiben wir in einer geostrophisch südlichen, ageostrophisch südöstlichen bis östlichen Strömung. Im Erzgebirge frischt der Südostwind spürbar, in exponierten Hochlagen wahrscheinlich sogar stürmisch auf und auch über der freien Nordsee legt der “Ost-Südost” ´ne Schippe drauf mit einzelnen 7er-Böen am Morgen auf Helgoland.

Ansonsten bleibt lediglich zu konstatieren, dass weiterhin meist hohe Wolken durchziehen, die Nebelwahrscheinlichkeit gering und die Spanne der Tiefsttemperatur hoch bleibt. Während es im Westen stellenweise nicht unter mollige 18/19°C abkühlt, stehen im bzw. am Fuße des Bayerischen Walds z.T. nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt auf der Karte.

Mittwoch…

erreicht das Orkantief auf dem Atlantik seinen Höhepunkt mit rund 950 hPa Kerndruck, wobei es einen Nordkurs in Richtung Island einschlägt. Vorderseitig wird mächtig Warmluft nach Norden gepumpt, was dem über weiten Teilen Mitteleuropas thronenden Höhenrücken guttut und ihn am Leben hält. Nichtsdestotrotz, die süd-südwestliche Höhenströmung über dem Vorhersageraum wird allmählich zyklonaler und auch die Kaltfront des Sturm-/Orkantiefs kommt dem Westrand des europäischen Kontinents spürbar näher. Das führt dazu, dass die Bewölkung im Westen im Tagesverlauf zunimmt (WLA oberhalb etwa 600 hPa, erste flache Randtröge in der diffluenten Höhenströmung) und am Nachmittag im Grenzbereich zu Benelux erste Tropfen möglich sind.

Ansonsten stehen wir trotz aller Bemühungen auch am letzten Tag dieses Septembers unter der Knute des umfangreichen Hochs östlich von uns, das einen neuen Schwerpunkt von 1035+X hPa über dem Bottnischen Meerbusen und Finnland ausbildet. Viel Sonne, durchziehende Cirrus- oder Altocumuluswolken (je weiter im Südosten, desto weniger Bewölkung), andauernde Trockenheit und überdurchschnittliche Temperaturen geben den Ton an. Am wärmsten wird es trotz Wolken im Westen und Südwesten mit bis zu 28, vereinzelt vielleicht 29°C. Sonst sind es 23 bis 27°C, an den Küsten sowie im Nordosten und Südosten auch darunter (aus dem Hoch strömt nicht ganz so warme Luft in den NO und im SO mangelt es an Durchmischung bei gleichzeitig niedrigen Startwerten). Insbesondere im Norden und Osten lebt der Südostwind mitunter böig auf, ohne dabei aber aufs Warntableau zu kommen. Selbst draußen in der Deutschen Bucht nimmt der Wind bis zum Abend wieder ab. Genau wie die tagesgangbedingte Durchmischung im Erzgebirge den nächtlichen Low-Level-Effekt frisst, was ebenfalls eine Windabnahme zur Folge hat.

Kurz noch die Nacht zum Donnerstag (1. Oktober), in der die Kaltfront in den westlichen Landesteilen ernstmacht. Aus den anfänglichen wenigen Tropfen wird erst schauerartiger, dann vielleicht (noch divergieren die Modelle) “richtiger” Regen, der sich in Form eines frontalen Regenbands organisiert. Wie gesagt, noch liegen von Seiten der Numerik einige Unschärfen vor. Darunter auch die Frage, wie progressiv der Regen bis zum Morgen ostwärts vorankommt und wie viel bis dahin runterkommt. Der 00-UTC-Lauf von ICON nimmt dabei die offensivste Rolle ein (demnach könnten Ostwestfalen und Westhessen auf Regen hoffen), während die Externen etwas zurückhaltender agieren.

Fakt ist, dass das mittlere und östliche Drittel des Landes (in Längsrichtung, also nord-süd-orientiert betrachtet) noch nicht von den frontalen Prozessen traktiert werden (abgesehen von hohen und mittelhohen Wolken). Während die Temperatur in der Osthälfte nicht selten auf einstellige Werte zurückgeht, bleibt es nach Westen hin mild bis sehr mild.

Modellvergleich und -einschätzung

Im Großen und Ganzen simulieren die Modelle sehr ähnlich. Gewisse Unschärfen, darunter z.B. Kaltfront und Regen in der Nacht zum Donnerstag, wurden im Text angerissen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Sonntag, den 23.08.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE: STEFFEN der Stoiker - ruhiger Wochenstart ohne besondere Vorkommnisse

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC

Aktuell …

befindet sich der südliche Teil Deutschlands im Bereich eines wuchtigen Bodenkeils, der sich ausgehend vom zentralen Hoch STEFFEN mit Schwerpunkt über UK/Irland über den Alpenraum bis zum nördlichen Balkan erstreckt. Unter einer bei ca. 800 hPa verorteten Absinkinversion haben sich in der eingeflossenen maritimen Polarluft (mPs) tagsüber flache Quellungen gebildet, die der Sonne aber noch ausreichend Platz zur Entfaltung gegeben haben. Dazu Temperaturen meist zwischen 20 und 25°C, im Bergland etwas darunter viel mehr gibt es da nicht zu erzählen.

Da zeigte sich der Norden schon aktiver, was dem kräftigen Sommertief PRISKA über Karelien geschuldet war. Die (relative) Nähe zum Tief, ein solider Gradient, ein gut ausgeprägter Randtrog in der Höhe sowie mehr Labilität als im Süden sorgten am Ende für eine muntere Mischung aus Quellungen, etwas Sonne sowie einzelnen Schauern oder kurzen Gewittern. Dazu wehte ein mitunter böig auflebender, an der See frischer West- bis Nordwestwind mit steifen Böen 7 Bft. Mehr als maximal 20°C konnten dabei nur ganz selten registriert werden.

In der nun bevorstehenden Nacht zum Montag tut sich gar nicht mal so viel an der Gesamtkonstellation. Okay, die gute PRISKA füllt sich allmählich auf, was den Gradienten bei uns aufweicht. Folgerichtig lässt der Wind kontinuierlich nach und rutscht schon früh unter die Warnschwelle. Nachlassen tun auch die Schauer und Gewitter, weil sich der Randtrog nach Polen verabschiedet und der Tagesgang den Rest erledigt. In der zweiten Nachthälfte sind am ehesten an der vorpommerschen Küste noch ein paar Huschen denkbar.

Zur Mitte und nach Süden hin lösen sich die Quellungen auf, dafür ziehen im Südwesten von Frankreich und der Schweiz her einige Cirren auf. Absender ist ein Tief knapp westlich der Iberischen Halbinsel, von dem wir in den nächsten Tage noch mehr hören und lesen werden. Ansonsten bliebe nur noch festzuhalten, dass sich einige Nebelfelder bilden. Eine großflächige Unterschreitung der neuralgischen 150m-Schwelle ist dabei aber nicht zu erwarten. Frisch wird´s mit verbreitet 10 bis 5°C, im zentralen und bayerischen Mittelgebirgsraum stellenweise auch darunter. Etwas milder bleibt es gebietsweise lediglich im Südwesten und Nordosten sowie direkt am Nord- und Ostseewasser.

Montag …

starten wir ruhig und gediegen in die neue Woche, übrigens der letzten des meteorologischen Sommers 2026, der alles andere als durchschnittlich war und so manchen Knaller zu bieten hatte. Der morgige Montag allerdings dürfte in den Chroniken als normaler bis leicht unterkühlter Tag ohne besondere Vorkommnisse protokolliert werden. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Das Hoch verlagert seinen Schwerpunkt zur nördlichen Nordsee respektive nach Südnorwegen, wodurch sich der zugehörige Keil bei uns ausweiten kann. Dazu gibt es Unterstützung durch einen langsam von Westen näherrückenden Potenzialrücken, der das Absinken forciert und die Inversion insbesondere im Westen und Süden etwas nach unten drückt. Gleichzeitig nehmen die zyklonalen Elemente ab, weil die nach NW-Russland abwandernde PRISKA weiteren Einfluss auf unser Geschehen verliert.

Somit ist das Wetter des morgigen Tages rasch erzählt: viel Sonne, im Norden vorübergehend stärkere Quellungen, einzelne Schauer aber allenfalls von Vorpommern bis hinunter zur Uckermark. Im Süden tummeln sich weiterhin Cirren, evtl. auch ein paar mittelhohe Schollen, die vom o.e., zur Westspitze Frankreichs ziehenden Tief entsandt werden. Höchsttemperatur zwischen rund 20°C an den Küsten und bis zu 28°C im Raum Basel.

In der Nacht zum Dienstag setzt sich das Tief über Westfrankreich zunehmend in Szene. So nähert sich eine Rinne mit eingelagerter Warmfront dem Südwesten, wo es spätestens in der zweiten Nachthälfte vom Elsass her und aus der Schweiz heraus anfängt zu regnen. Schaut man auf die Prognosetemps, lässt sich etwas abgehobene Labilität ausmachen, die mindestens für schauerartige Verstärkungen, wenn nicht gar für vereinzelte Gewitter sorgt.

Der große Rest des Landes verbringt die Nacht unter einem gering bewölkten bis klaren Himmel mit wenigen Nebelfeldern am Boden (Favorit Vorpommern).

Tiefstwerte im Süden und Westen 16 bis 10°C, sonst 12 bis 6°C, im Erzgebirge lokal noch frischer.


Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC

Dienstag …

siehe Frühübersicht.

Modellvergleich und -einschätzung

Keine nennenswerten Zusätze.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Freitag, den 21.08.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: Heute im Süden und Südosten starke Regenfälle und evtl. schwere Gewitter (noch Unsicherheiten). Auch sonst wechselhaft, vor allem zum Sonntag hin aber zunehmender Hochdruckeinfluss.

Synoptische Entwicklung bis Sonntag 24 UTC

Freitag…

könnte aus synoptischer Perspektive nochmal ein hochinteressanter Tag werden, insbesondere am Alpenrand sowie im Alpenvorland. Die Tatsache, dass hier der Konjunktiv zur Anwendung kommt, zeigt aber, dass selbst bei einem Vorhersagehorizont von vielleicht 9-12 Stunden die Fronten mitnichten vollständig geklärt sind. Wieso und weshalb, dazu im Folgenden mehr.

Zunächst zur allgemeinen Wetterlage, die Deutschland nach wie vor auf der Vorderseite eines umfangreichen Langwellentrogs sieht, welcher von Nordeuropa via UK/Irland bis hinunter zur Biskaya respektive der Iberischen Halbinsel reicht. Knapp westlich des südlichen Trogeils befindet sich noch weiterer Trog, der heute zu einem eigenständigen Höhentief mutiert und dabei das korrespondierende Bodentief mächtig intensiviert. Das aber nur der Chronistenpflicht halber, für uns spielt das bestenfalls mittelbar eine kleine Rolle. Hier gilt es, den Haupttrog im Auge zu behalten, dessen Südteil Anstalten macht, sich Mitteleuropa und somit auch Deutschland zu nähern. Heute wird das aber noch nichts, wenn man mal seine Hauptachse als Referenz nimmt, so dass wir zumindest den Tag, größtenteils wohl aber auch noch die kommende Nacht unter einer sich zunehmend aufsteilenden südwestlichen Höhenströmung verbringen.

Am Boden befinden wir uns inmitten eines langgestreckten Tiefdrucksystems, das mit seinen Hauptkernen ebenfalls über Nordeuropa positioniert ist (MARGARETE, NORA), um von dort bis hinunter in westliche Mittelmeer auszustrahlen. Über Süddeutschland liegt südwest-nordost-exponiert noch immer die schleifende Kaltfront, an der sich in den nächsten Stunden ein äußerst veritables MCS von Frankreich, Italien und der Schweiz her nach Nordosten hangelt. Auf der warmen Seite der Front, namentlich der südöstlichste Teil Bayerns sowie große Teile Österreichs bildet sich in Kürze ein föhnbedingtes Tief, das sich in den Abendstunden von den Alpen löst und via Osttschechien und die Slowakei gen Ostpolen zieht. Auf der “kalten” Seite der Front hat sich landesweit eine erwärmte subpolare Meeresluft (mPS) durchgesetzt, in der sich heute vor allem im Nordwesten und Westen auch ein bisschen was tut.

Doch bleiben wir zunächst im Süden, wo die Entwicklung wohl am prickelndsten vonstattengeht mit den noch oben schon angedeuteten Fragezeichen. Folgendes Szenario bieten die meisten Modelle mehr oder weniger ähnlich derzeit an: Im Laufe des Vormittags Übergreifen des großen Clusters in Form schauerartig verstärkter, vereinzelt gewittriger Regenfälle auf das südliche BaWü sowie das Allgäu, der sich über Mittag und am Nachmittag ost-nordostwärts bis nach Oberbayern, Teile Frankens, der Oberpfalz sowie den NO BaWüs ausbreitet. Dabei kommen gebietsweise 20 bis 40, teils auch 50 l/m² oder mehr innert weniger Stunden zusammen. Auch in kürzeren Zeitintervallen ist Starkregen möglich. Die Frage ist, wie gewittrig dieser Regen tatsächlich ausfällt. Aktuell existiert “nur” eine Starkregenwarnung für einen Teil der betroffenen Regionen. Diese Warnung muss räumlich sehr wahrscheinlich noch etwas angepasst und möglicherweise in eine Unwetterwarnung (nicht überall) überführt werden - nämlich dann, wenn kaum Gewitter auftreten.

Die zweite Baustelle liegt am östlichen, am warmen Rand des MCS respektive auf der Westflanke des Föhntiefs, wo sich am Nachmittag bzw. am frühen Abend ein oder zwei superzelluläre Gewitter entwickeln sollen, die einmal ost-nordostwärts entlang der Alpen und im südlichen Vorland, vielleicht auch noch bis Niederbayern durchziehen sollen. Wenn es so kommen sollte, dann geht´s heftig zur Sache. Zwar strotzt die Luftmasse nicht vor CAPE und Labilität, Scherung und Wasserdampfgehalt sind aber enorm. Die prognostizierten Reflektivitäten zeigen z.T. schöne Bogensegmente, was auf hohe Windgeschwindigkeiten hindeutet. Gerade am Alpenrand sollen laut ICON-D2-EPS schwere Sturm- oder gar Orkanböen 10 bis 12 Bft auftreten, Hagel um 3 cm und Starkregen gratis dazu. Das große Aber kommt nun aber gleich hinterher. Wenn nämlich das Sonnenfenster, dass sich aktuell auftut, nicht lange genug durchhält, weil Wolken/Schirme/Aufzüge benachbarter oder vorlaufender Systeme sowie möglicher inneralpiner Konvektion den Laden wieder dicht machen. In diesem Fall könnte am Ende der entscheidende Kick fehlen, um zumindest solch schwere Gewitter auszulösen. Dann würde es vielleicht “nur” markante Gewitter oder (un)gewittrigen Starkregen geben. Von der Detailentwicklung hängt auch ab, wie sich die von den Modellen apostrophierte Druckanstiegswelle windtechnisch auswirkt. Von schweren Gewitterböen bis nur Windstärke 7-8 Bft scheint noch alles drin zu sein.

Nun aber endlich zum großen Rest der Nation. Da ist zunächst der äußerste Nordwesten von Interesse, wo über der Nordsee eine Schauerlinie zu erkennen ist. Sie markiert eine zweite, teilokkludierte Kaltfront, die an einen Bodentrog gekoppelt ist und nur sehr unwillig Boden ins nordwestdeutsche Binnenland gutmacht. Am Ende kommt es aber doch so, so dass sich nicht nur im Nordwesten, sondern auch im Westen Schauer und einzelne Gewitter entwickeln, welche einfachen bis markanten Kriterien genügen (Starkregen, Böen 7-8 Bft, kleiner Hagel). Nur ganz gering ist die Wahrscheinlichkeit, dass die 25mm-Starkregenschwelle gerissen wird und die “Rote Karte” gezogen werden muss.

Weitgehend trocken mit längeren sonnigen Phasen bleibt es in Teilen der Mitte und Ost- bzw. Nordostdeutschlands. Auch hinter Kaltfront trocknet es später von der Nordsee ab.

Die Temperatur liegt bei Regen im Südwesten nur bei 17/18°C, erreicht im Osten hingegen bis zu 27°C. Der große Rest verbringt den Tag irgendwo dazwischen.

In der Nacht zum Samstag ist der Spuk im Südosten rasch vorbei. Der Druck steigt, was sich in einem schmalen, von Frankreich ostwärts vorstoßenden Keil zeigt. Weiterhin fraglich ist, ob Ostsachsen und die Lausitz noch etwas vom Starkregen im Schlepptau des nach Polen ziehenden Tiefs, das übrigens den Namen PRISKA erhalten hat, abbekommen. Knappe Kiste, aber nach mehrheitlicher Meinung der Numerik soll der Kelch so gerade vorbeigehen und sich eher in Tschechien und Polen ergießen.

Ansonsten lässt sich konstatieren, dass die Annäherung des Höhentroges großen Einfluss auf das nächtliche Wettergeschehen ausübt, wobei vor allem die breite Mitte betroffen ist. Im Norden trocknet es weiter ab, so dass abgesehen von ein paar Nordseeschauern und vielleicht etwas Regen im deutsch-polnischen Grenzbereich nicht viel passiert. Teilweise klart es bei schwachem Wind sogar auf, was im Binnenland in der frisch eingeflossenen maritimen Polarluft (mP) die Temperatur auf nahe 10°C, lokal sogar etwas darunter zurückgehen lässt. In der Mitte hingegen stellt sich eine rege Schauertätigkeit ein, die in dem ein oder anderen Fall auch mal elektrisch ausfällt. Dabei gibt recht deutliche Hinweise auf Starkregen (nicht nur bei Gewittern), durch “Wiederholungstäter” durchaus auch mehrstündig, lokale Unwetter absolut nicht ausgeschlossen.

Samstag…

schwenkt der Trog nur sehr zögerlich über den Vorhersageraum hinweg, weil er in seinem Westteil durch kurzwellige Anteile gespeist und somit ordentlich in die Breite gezogen wird. Im Bodendruckfeld gelangen wir zwischen ein umfangreiches Hoch über dem nahen Atlantik (1025 hPa + X), das einen breiten Keil in Richtung Alpen aussendet und dem ehemaligen Föhntief, das sich ordentlich gemausert hat (Kerndruck um 12 UTC unter 995 hPa) und das Baltikum ansteuert. Daraus resultieren west-nordwestliche Bodenwinde, die vor allem an den Küsten bis zum Abend spürbar zulegen (Böen 7 Bft).

Darüber hinaus gilt es festzuhalten, dass sich das konvektive Geschehen in der Mitte aus der Nacht zunächst fortsetzt, sich dabei aber geringfügig südostwärts ausdehnt. Noch immer ist Starkregengefahr gegeben, nicht zwingend an Gewitter gebunden und vor allem in der östlichen Mitte, wo die Schauer bzw. der schauerartige Regen so richtig in die Mittelgebirge (Thüringer Wald, Erzgebirge) reinlaufen. Am Nachmittag und Abend nimmt die Schauer- und Gewitterwahrscheinlichkeit kontinuierlich ab, weil sich die von der Nordsee einströmende Luftmasse als nicht so geeignet entpuppt und zudem der Trog die Lust verliert, als Antreiber zu fungieren. Das soll aber nicht heißen, dass nicht von der Deutschen Bucht her immer noch mal ein, zwei Schauer den Weg nach Husum, Cuxhaven oder Bremerhaven finden. Den meisten Sonnenschein gibt es im Süden von Südbaden bis nach Oberbayern hinüber, wo die abtrocknende Wirkung des Hochkeils seine höchste Wirkung erzielt.

Thermisch landen wir am morgigen Samstag bei nur noch 17 bis 23°C mit den höchsten Werten im Südwesten und den niedrigsten an der Nordsee.

In der Nacht zum Sonntag schwenkt der Potenzialtrog ganz langsam ostwärts, was uns unter eine zyklonal konturierte west-nordwestliche Höhenströmung bringt. Mangelnder energetischer Input, zunehmend trockene Luft sowie weiterer Druckanstieg sorgen aber dafür, dass die Zyklonalität in der Höhe so gut wie keinen Impact mehr erzeugt. Sprich, die am Abend noch auftretenden Restschauer fallen rasch zusammen. Lediglich direkt an der See, wo diabatische Effekte im Spätsommer immer mehr an Bedeutung gewinnen und sich zudem noch ein Bodentrog des Richtung Finnischer Meerbusen ziehenden Tiefs bemerkbar macht, kann mit Schauernachschub gerechnet werden. Insbesondere an der Küste MVs sind auch kurze Gewitter mit Böen 8 Bft möglich. Darüber hinaus weht an den Küsten ein lebhafter West- bis Nordwestwind mit steifen, an der nordfriesischen Küste inkl. der vorgelagerten Inseln und Halligen auch stürmischen Böen 7-8 Bft.

Der große Rest des Land wird eine ruhige und vor allem ziemlich frische Nacht erleben, in der die Luft (T850 im Norden nur 3 oder 4°C) auf 12 bis 6°C abkühlt. In einigen Mittelgebirgen kann es bei längerem Aufklaren noch etwas frischer werden. Zudem muss in der Mitte und im Süden mit Nebel gerechnet werden.

Sonntag…

verstärkt sich der Hochdruckeinfluss, auch wenn der Support aus der Höhe mager bleibt. Rückseitig des Troges bleibt nämlich die west-nordwestliche Höhenströmung zyklonal konturiert, während der eigentlich erwartete Potenzialrücken die Briten und Iren erfreut. Egal, der Hochkeil entpuppt sich als wuchtig genug, außerdem rückt das Zentrum des Mutterhochs allmählich dichter an den Kontinent heran. Für die Südhälfte bedeutet das reichlich Sonnenschein, garniert mit einigen Quellungen unterhalb der zwischen 700 und 750 hPa positionierten Inversion.

Nach Norden hin wird das gesamte Setup wolkiger, Richtung Nordosten auch stark bewölkt. Dort zeigt noch immer die nach Karelien ziehende PRISKA ihre Zähne, wenn auch in abgestumpfter Form. Vor allem an der Ostsee sind einzelne Gewitter möglich. Außerdem weht dort wie auch an der Nordseeküste SHs weiterhin ein frischer und böiger West- bis Nordwestwind.

Höchsttemperatur an der Nordsee um 18°C, am Oberrhein bis 25°C.

Modellvergleich und -einschätzung

Die heutige Warnlage ist im Süden und Südosten schwierig, was im Text auch hinreichend beschrieben wurde. Auch die schauerartigen Regenfälle kommende Nacht in der Mitte sind nicht einfach zu handeln. Betrachten wir sie als Geschenk der Natur nach langer Trockenphase.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Donnerstag, den 20.08.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: GWL: Wz (West zyklonal), am Wochenende tendenziell eher HB (Hoch Britische Inseln)

Heute Drei-Zonen-Wetter mit Gewittern im Nordwesten und Süden. Am Freitag im Südosten teils kräftige Regenfälle mit regionaler Unwettergefahr (Starkregen. Zum Samstag allmähliche Wetterberuhigung.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC

Donnerstag…

hat sich die Lage nach den z.T. heftigen Turbulenzen des gestrigen Mittwochs inkl. der nachfolgenden Nacht (Tornados, Downbursts, heftige Gewitter) deutlich beruhigt. Und es ist auch nicht davon auszugehen, dass sich so etwas in ähnlicher Form heute nochmal wiederholt. Was nicht heißt, dass der heutige Donnerstag bräsig und ereignislos über die Bühne geht, aber dann doch eher ein, zwei Ligen drunter.

Zur Lage, die nach wie vor geprägt ist von einem prominenten, mit positiver Achse ausgestatteten Potenzialtrog, der sich von Nordeuropa via UK/Irland bis hinunter zur Iberischen Halbinsel erstreckt. Gerade über Skandinavien ist der Trog sehr breit aufgestellt mit mehreren Drehzentren, welche mit verschiedenen Bodentiefs (MARGARETE, NORA) korrespondieren. Für uns ergibt sich aus dieser Konstellation eine west-südwestliche Grundströmung, die in der Höhe im Zuge einer leichten Amplifizierung des Troges etwas rückdreht. Das ist insofern von Bedeutung, dass die am gestrigen Geschehen in hohem Maße beteiligte Kaltfront schleifend respektive leicht wellend über Süddeutschland irgendwo zwischen Main und Donau vor sich hin vegetiert, dabei zunächst aber keine Anstalten macht, sich den Alpen zu nähern. Heißt mit anderen Worten aber auch, dass im Süden noch Reste der energiereichen und solide gescherten Subtropikluft (xS; T850 14 bis 17°C) lagern, während der große Rest der Nation mit erwärmter Meeresluft subpolaren Ursprungs (mPs; T850 um 9°C) genährt wird (der Norden und Westen stärker als die mittleren Landesteile, wo eher noch eine gewisse Mischkomponente gegeben ist).

Unter dem Strich lässt sich das heutige Deutschlandwetter in drei Teile teilen mit durchaus stark voneinander abweichenden Charaktereigenschaften. Fangen wir im Nordwesten an, wo bereits am frühen Morgen über der Nordsee Schauer, vor der westfriesischen Küste sogar einzelne Gewitter unterwegs sind. Diese werden sich in der leidlich labil geschichteten Meeresluft mit Unterstützung des Tagesgangs bis ins nordwestdeutsche Binnenland ausweiten, wobei noch nicht ganz ausgelotet ist, wo genau das nordwestdeutsche Binnenland nach Süden und Osten hin endet. Möglich, dass die Schauer/Gewitter bis in den Norden NRWs, die Harzregion und nach Vorpommern ausgreifen. Möglich aber auch, dass alles etwas weiter nordwestlich bleibt. So oder so, die Qualität der auftretenden Gewitter dürften in Liga “Markant” verortet sein, meint Böen bis maximal etwa 80 km/h (9 Bft), kleinerem Hagel sowie Starkregen zwischen 15 und 20 l/m² innert kurzer Zeit. Nicht gänzlich ausgeschlossen, dass über See mal eine Wasserhose gesichtet werden kann.

Von Baustelle #1 erstmal zu Baustelle #3, die ebenfalls mit Wetteraktivität aufwartet. Die Rede ist vom Süden und Südosten, wo die Donau eine zugegeben recht grobe Demarkationslinie markiert. Sowohl im Bereich der Kaltfront (eher auf der zur Warmluft geneigten Seite) als auch südlich davon - schwerpunktmäßig aus der Schweiz oder Österreich heraus - entwickeln einzelne kräftige Gewitter, die in der Basis ebenfalls markant ausfallen dürften. Allerdings sind auch ein, zwei kräftigere Zellen (Unwetter) nicht unwahrscheinlich. Gerade dann, wenn sich bei leicht föhniger Tendenz ein längeres Sonnenfenster auftut, könnte vielleicht doch etwas mehr ML-CAPE produziert werden als die von ICON apostrophierten rund 500 J/kg (max.). Wasserdampf ist auch ausreichend vorhanden (PPW teils um 35 mm), Scherung ebenfalls, so dass stärkere Entwicklungen durchaus mit heftigem Starkregen (> 25 l/m² innert kurzer Zeit), größerem Hagel (3 cm) und sogar schweren Sturmböen 10 Bft einhergehen können.

Bliebe abschließend noch Area #2, die zwischen den Stühlen von kompensatorischem Absinken profitiert (wobei, richtigen Profit würde man eher aus mehrtägigem Landregen ziehen, aber gut, der ist hier nicht in Sicht). In einem breiten, von Südwesten über die Mitte bis hinüber zur polnischen Grenze verlaufenden Streifen bringt der Donnerstag neben einigen Wolken auch längere sonnige Phasen aber keinen Regen. Zwar lebt der West-Südwestwind gerade in der Mitte ebenso wie im Süden mitunter leicht böig auf, für eine Warnung dürfte das aber nicht reichen.

Kurz noch die Temperatur, die im Nordwesten Maxima von 20 bis 24°C, sonst zwischen 24 und 28°C erreicht.

In der Nacht zum Freitag rückt der Höhentrog etwas dichter an den Vorhersageraum heran, wodurch die Strömung geringfügig aufsteilt. Näher heran kommt auch ein über der Nordsee positionierter Bodentrog, der quasi den Wurmfortsatz des wuchtigen nordeuropäischen Tiefdrucksystems darstellt. Er sorgt neben klassisch diabatischen Effekten mit dafür, dass vornehmlich an und über der Deutschen Bucht, bedingt auch auf der Ostsee, die Schauer- und Gewittermaschinerie am Laufen bleibt, während im Binnenland ganz klar der Stecker gezogen wird (Tagesgang). Sowohl Starkregen als auch Böen 8 Bft können auf Nordseeseite in wenigen Einzelfällen nicht ganz ausgeschlossen werden.

Im Süden verlagert sich die Kaltfront nur wenig. Gerade südlich der Donau kommt es zunächst noch zu einzelnen Gewittern, die sich dann aber abschwächen respektive auflösen oder aber in ungewittrigen Regen mit anfänglicher Starkregengefahr übergehen. So ganz einig hinsichtlich der Detailentwicklung sind sich die hochauflösenden Modelle nicht, wird doch u.a. auch eine weitere Frontalwelle aus den Alpen ins Spiel gebracht, die schauerartigen, teils gewittrigen Regen mit örtlichem Starkregenpotenzial bringen würde - Konjunktiv!

Indikativ und damit Fakt ist und bleibt der von Südwest nach Nordost exponierte Korridor, der gegenüber dem Tag an Breite zulegt. Bei unterschiedlicher, teils geringer Bewölkung bleibt es trocken und die Luft kühlt auf 15 bis 10°C in einigen Mittelgebirgen sogar noch etwas darunter ab. Ähnliche Werte werden im Norden und Nordwesten erwartet (direkt an der See etwas milder), während im Süden gebietsweise 16 oder 17°C auf der Karte stehen.

Freitag…

macht der südliche Teil des Potenzialtrogs Boden nach Osten hin gut, verbleibt dabei aber noch deutlich westlich des Vorhersageraums. Allerdings steilt die südwestliche Höhenströmung weiter auf, so dass auch die Kaltfront nicht wirklich von uns lassen kann. Im Gegenteil, sie geht mit der hebungsintensiven Trogvorderseite eine fruchtbare Symbiose ein, zu der sich im Südosten auch noch Gegenstrom gesellt (hinter einem Föhntief über Austria etwa bis hoch auf 800-700 hPa Nord bis West, darüber Übergang auf Süd-Südwest). Zwar büßt die Luftmasse gegenüber heute an Labilität ein, der Wasserdampf- und damit der latente Energiegehalt bleiben aber äußerst prominent (PPW teils bei 40 mm). Kurzum, im Tagesverlauf kommt es ausgehend von der schweizer Grenze und dem Alpenrand zu schauerartig verstärkten und mit Gewittern durchsetzen Regenfällen, die sich bis ost- und nordostbayerischen Mittelgebirgen ausbreiten und sich gerade in Tageshälfte 2 deutlich intensivieren. Insbesondere im Süden und Osten des blau-weißen Freistaats ist dann eine erhöhte Starkregenwahrscheinlichkeit sogar bis in den Unwetterbereich gegeben. Der Starkregen kann dabei auch mal etwas länger als nur wenige Minuten oder eine Stunde andauern und ist auch nicht zwingend an Gewitter gebunden. Regional sind jedenfalls 20 bis 40 l/m², punktuell um 50 l/m² in vergleichsweise kurzer Zeit sehr gut möglich. Wie man das Ganze final abwarnt, ob über Gewitter oder ungewittrigen Starkregen mit aufgesattelten Gewitterwarnungen, bleibt noch abzuwarten. Nicht zu vergessen ist die Druckanstiegswelle, die am Nachmittag/Abend nach Abzug des Föhntiefs über SO-Bayern hinwegziehen und dabei abgesetzt von Konvektion möglichweise größeren Windtrouble generieren soll. Allerdings herrscht diesbezüglich noch große Uneinigkeit innerhalb der Modellwelt. Von stürmisch bis Rohrkrepierer scheint noch alles drin.

Darüber hinaus lässt sich konstatieren, dass der Norden vom o.e. Bodentrog erfasst wird, der zwar mit zunehmender Tageslänge an Kontur verliert, dafür aber eine Kaltfront präsentiert, hinter der noch etwas frischere Subpolarluft von der Nordsee einfließt (T850 bis zu 6°C). Zunächst, also am Vormittag beschränkt sich die Schaueraktivität (Gewitter werden anfangs eher selten bis gar nicht vorhanden sein) auf die küstennahen Gebiete. Am Nachmittag, wenn die Kaltfront langsam landeinwärts vorankommt, der Tagesgang seine morgendliche Schwerfälligkeit abgelegt hat und der o.e. Trog näher rückt, muss nicht nur im nordwestdeutschen Binnenland, sondern auch im Westen und Südwesten häufiger mit Schauern und einzelnen Gewittern gerechnet werden. Dabei gilt es den Fokus vor allem auf lokalen Starkregen zu legen, der vereinzelt sogar über 25 l/m² innert kurzer Zeit liegen kann (WU). Ungeachtet dessen sind aber auch kleiner Hagel sowie Böen 7-8 Bft ins Kalkül zu ziehen.

Weitgehend trocken bei einer Mischung aus Sonne und Wolken kommen Teile der Mitte sowie der gesamte Osten und Nordosten über den Tag. Der Osten bzw. die östliche Mitte sind auch die Areale, wo es morgen mit bis zu 26, punktuell vielleicht 27°C am wärmsten wird. Ansonsten stehen 19 bis 25°C auf dem Zettel.

In der Nacht zum Samstag greift der Potenzialtrog zusehends auf Deutschland über. Auf seiner Vorderseite wird das angesprochene Föhntief Vb-artig über den Osten Tschechiens respektive der Slowakei gen Ostpolen gesteuert. Derweil macht es sich über dem nahen Atlantik ein größeres 1025+X-Hochdruckgebiet bequem, was nicht ohne Folgen für das Wochenendwetter bleibt. Zunächst mal aber dreht die bodennahe Strömung landesweit auf West bis Nordwest, wodurch die Kaltfront langsam die Mitte südostwärts überquert. Abgesehen vom Norden und Nordosten kommt es zu Schauern, schauerartigen Regenfällen und einzelnen Gewittern. Dabei besteht - nicht zwingend als Elektrik gebunden - lokale Starkregengefahr. Unsicher ist derzeit noch, ob z.B. Ostsachen und die Lausitz etwas von dem fetten Starkregenkuchen abbekommen, der an das Föhntief gebunden ist. Nach aktueller Lesart der meisten Modelle lautet die Antwort “nein”, aber das muss noch nichts heißen. Verläuft die Zugbahn nur wenige Kilometer weiter westlich, würde es schon interessant werden. Landesweit kühlt es auf 14 bis 8°C ab.

Samstag…

stellt sich eine leicht ambivalente Wetterlage ein. Auf der einen Seite der Höhentrog, der nur langsam ostwärts schwenkt, ja sogar in seinem Westteil regeneriert wird. Er sorgt für die zyklonale Komponente, während es im Bodendruckfeld langsam antizyklonaler wird. So schiebt sich nach Abzug der Kaltfront ein breiter Keil ausgehend vom atlantischen Hoch bis zu den Alpen vor, der sich zum Sonntag hin noch weiter kräftigt. Die anfänglich noch auftretenden Schauer und Gewitter bzw. schauerartigen Regenfälle werden im Tagesverlauf weniger bzw. hören ganz auf. Das gilt allerdings nicht für einen mittleren, etwa vom Rheinland und der Eifelregion bis hinüber nach Oberfranken und Sachsen reichenden Korridor, in dem auch am Nachmittag und Abend noch einzelne Schauer und Gewitter auftreten. Dabei gilt es vor allem auf Starkregen zu achten.

In den übrigen Regionen trocknet es zusehends ab und gerade im Süden und Südwesten lässt sich für längere Zeit die Sonne blicken. Größere Lichtblicke auch an den Küsten, wo von der Nordsee gerade auf der schleswig-holsteinischen Seite aber noch der ein oder andere Schauer ins Land hereindriften kann. Apropos Nordsee, zwischen dem Atlantikhoch und einem über Südskandinavien positionierten Tief baut sich ein veritabler Gradient auf, der auch an der Ostsee einen frischen West-Nordwestwind mit steifen Böen 7 Bft ankurbelt.

In der frisch eingeflossenen maritimen Polarluft (mP; T850 zur Mittagzeit mit 4 bis 9°C landesweit einstellig! (gab´s gefühlt seit März nicht mehr)) werden Tageshöchstwerte zwischen rund 18°C an der Nordsee bis zu 24°C im Süden erreicht.

Die Nacht zum Sonntag bringt weite Landesteile in den Bereich des Hochkeils. Heißt im Klartext Wolkenrückgang, auch in der Mitte nachlassende Schauer. Einzig ganz im Norden bleibt es nicht nur windig, es stehen auch weitere Schauer oder kurze Gewitter (markant wegen Böen 8 Bft) auf dem Programm.

Tiefsttemperatur nur noch 12 bis 6°C, an der See etwas darüber, in einigen Mittelgebirgssenken bei längerem Aufklaren etwas darunter. Stellenweise (Mitte/Süden) bildet sich Nebel.

Modellvergleich und -einschätzung

Der grobe Fahrplan ist eigentlich unstrittig. Wie so oft liegt der Teufel im Detail, wobei vor allem die morgige Lage mit dem Föhntief ins Auge sticht. Die Unsicherheiten wurden im Text angerissen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Montag, den 17.08.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE: Bis auf Weiteres wechselhafter Wetterablauf mit Regenfällen, fragt sich nur wo und wie viel.

Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC

Aktuell …

lässt sich ganz klar eine Beruhigung der tagsüber zumindest in einigen Landesteilen sehr regen Wetteraktivität konstatieren. Vor allem südlich der Donau sowie in Sachsen hat es z.T. ordentlich geregnet, teils als Gewitter, teils aber auch unelektrisch. Stellenweise kamen 40-50 l/m² oder auch etwas mehr innert weniger Stunden zusammen, gebietsweise lag die Ausbeute meist zwischen 10 und 30 l/m². Eigentlich eine erfreuliche Nachricht angesichts des chronischen Niederschlagsdefizits, aber die Atmosphäre ist ungerecht, sehr ungerecht. Während in den genannten Gebieten wenigstens etwas durchgeatmet werden konnte, gucken andere weiterhin in die Röhre oder wurden gerade mal mit ein paar feuchten “Brosamen” abgespeist. Nun gut, was soll man machen, es ist wie es ist. Immerhin besteht in den nächsten Tagen die berechtigte Hoffnung, dass auch andere Regionen mal etwas mehr Regen abbekommen. Wo und wann genau es wie viel regnet, steht aber bei Weitem noch nicht fest. Diesbezüglich hat die Vorhersage ein hohes Potenzial, in die Hose zu gehen.

Kommen wir nun aber erstmal zur kommenden Nacht auf Dienstag, in der das prägende Potenzialgebilde des heutigen Tages die Segel streicht und nach Osten abzieht. Die Rede ist von einen fesch geschnittenen Randtrog, dessen Hauptachse in den Abendstunden die östlichen Grenzen Richtung Polen, Tschechien und Austria überschreitet. Nachfolgend stellt sich eine glatte, später sogar leicht antizyklonal konturierte nordwestliche Höhenströmung ein, aus der dynamisch nicht viel rauszuholen ist. Dafür setzt in der zweiten Nachthälfte im Westen Warmluftadvektion ein, mit der sich auch was anfangen lässt. Die WLA kündigt die Warmfront eines neuen Tiefs (NORA) knapp südlich von Island an, das durch seine stark elliptisch geformte Geometrie auffällt. Die Längsachse ist nordwest-südost-orientiert und genau so verläuft auch die Warmfront, also parallel zur Höhenströmung und somit ein Stück weit schleifend.

Warmfront, WLA, da hat der geneigte Anhänger atmosphärenphysikalischer Prozesse gewisse Assoziationen, was da wohl passieren könnte. Und richtig, auch wenn sich im Bodendruckfeld ein kleines Zwischenhoch abbildet, zieht im Laufe der Nacht erst im Westen, dann auch im Süden mehrschichtige Bewölkung auf, aus der es nach Mitternacht anfängt skalig zu regnen, leicht zu regnen. Auffällig in den numerischen Prognosen ist ein kleines, weitgehend trockenes Gap zwischen dem Regenanteil im Westen (Schwerpunkt NRW) und einem weiteren Part zwischen Nordbaden und Oberbayern. Die Erklärung dafür liegt nicht gerade auf der Hand. Nur so viel, auch die o.e. WLA ist - warum auch immer - zweigeteilt. Wichtiger als diese eher akademische Betrachtung scheint ohnehin die Frage, wie viel Nass die Warmfront denn so ablädt. Nun, bis zum Frühstück hält sich der Ertrag mit meist um oder unter 5 l/m², teils sogar nur um oder unter 1 l/m² in Grenzen, aber wir sind ja froh über jeden Liter, der den Weg zur Erde findet.

Ansonsten bliebe nur noch zu erwähnen, dass die restlichen Trogniederschläge und Gewitter in der östlichen Mitte sowie im äußersten Süden/Südosten immer weniger werden bzw. ganz aufhören. Gleiches gilt für die Schauer in Norddeutschland, wo es mitunter sogar auflockert und die Temperatur örtlich in die Nähe der 10°C Marke zurückgeht. Ähnlich frisch wird es in den meisten Mittelgebirgen, während es im Süden und Südwesten sowie unmittelbar an der See mit 18 bis 14°C am mildesten bleibt.

Dienstag …

steht ganz im Zeichen der o.e. Warmfront, die wie geschrieben schleifend den Vorhersageraum erfasst. Zwar beginnt die Höhenströmung im Zuge einer über dem nahen Atlantik einsetzenden Austrogung allmählich auf West-Nordwest rückzudrehen, die große Progression erwächst daraus aber noch nicht. Dafür kommt der 995+X-hPa-Tiefkern von NORA südostwärts in Richtung der Hebriden voran, die tagsüber aber noch nicht erreicht werden.

Wie auch immer, Fakt ist, dass sich ein Teil des Regens langsam ost-nordostwärts verlagert, während es im Süden - weiterhin leicht abgesetzt vom nördlichen Part zeitweise und teils schauerartig weiterregnet. Gerade der südliche Regen ist es, welcher der Numerik noch einiges Kopfzerbrechen bereitet. Zeit, Raum, Intensität lassen alle noch genügend Platz für Spekulation. Ein respektive zwei gemeinsame Nenner lassen sich dann aber doch extrahieren: Der meiste Regen fällt im südöstlichen Oberbayern mit Schwerpunkt östlicher Alpenrand, wo offensichtlich orografischer Support im Spiel ist (Stau). Am wenigsten kommt in Südbaden runter, wo es z.T. sogar gänzlich trocken bleibt. Ansonsten liegt die Tagesrange im Süden etwa zwischen 1 und 10 l/m², im Südosten eher zwischen 10 und 20 l/m², lokal vielleicht noch etwas darüber (ICON und ICON-EPS zeigen für den östlichen Alpenrand sogar Signale für mehrstündigen Starkregen > 20 l/m², was extern aber keine Unterstützung findet). Das nördliche Maximum verläuft bei aller noch gebotenen Unschärfe ungefähr von der Nordsee und den Niederlanden bis hinüber nach Mitteldeutschland, wo gebietsweise 5 bis 10 l/m², lokal etwas mehr innert 12 h runterkommen sollen. Wenig bis kein Regen steht dagegen im Nordosten von der Mark Brandenburg bis hoch nach MV auf der Karte.

Ein gewisser Anteil der Prognoseunschärfe in Bezug auf die Intensität lässt sich darauf zurückführen, dass noch nicht klar ist, wie hoch der konvektive Anteil bei den im Grunde stratiformen Niederschlägen ausfällt. Zwar ist die einfließende Meeresluft nicht überbordend labil, auf der anderen Seite aber auch nicht erzstabil. Es ist durchaus etwas MU-CAPE vorhanden, so dass mindestens von schauerartigen Verstärkungen ausgegangen werden kann. Ob es an der ein oder anderen Stelle auch mal elektrisch wird, wie von einigen Modellen vorgeschlagen, bleibt abzuwarten. Aufdrängen tun sich kurze Gewitter nicht wirklich, zumal es u.a. an Einstrahlung mangelt, ganz ausschließen lassen sie sich aber auch nicht. Tatsache ist, dass der westliche Wind im Warmsektor, also grob in der SW-Hälfte, bisweilen etwas auflebt, wobei die Zunahme am ehesten im (höheren) Bergland zu spüren sein dürfte (Böen 7 Bft).

Am wärmsten wird es morgen im Südwesten, namentlich in Südbaden, wo sich zeitweise sogar die Sonne zeigt und die Temperatur auf bis zu 28°C steigen lässt. Ansonsten werden unter den überwiegend dichten Wolken (Aufhellungen/Auflockerungen am ehesten im äußersten Nordosten) respektive im Regen 18 bis 24°C erwartet.

In der Nacht zum Mittwoch verlagert sich die Warmfront immer weiter nordostwärts Richtung Ostsee und NW-Polen. Dahinter greift von Nordwesten her die Kaltfront des okkludierenden Frontensystems über, die mangels Unterstützung sowie bescheidener Baroklinität zunächst aber keine großen Akzente zu setzen vermag. Will heißen, mit der Warmfront zieht der Regen unter Abschwächung ostwärts ab und auch im Süden lassen die Niederschläge nach. Die Kaltfront bringt bis zum Morgen nur wenige Tropfen im Westen und Nordwesten. Ansonsten lockert die Wolkendecke hier und da auf und es bleibt im Großen und Ganzen trocken. Die Temperatur geht verbreitet auf 17 bis 11°C zurück. Im Westen und Südwesten allerdings, wo vor der Kaltfront subtropisch angehauchte Luft Fuß fasst, bleibt es mancherorts milder.


Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 06 UTC

Mittwoch …

hat ohne Frage das Zeug für eine satte Fehlvorhersage. So kommt die Kaltfront zunehmend ins Schleifen und soll dabei im Tagesverlauf, vielleicht aber auch erst in der Nacht zum Donnerstag einen schmalen Korridor/Streifen mit erklecklichen Regenfällen generieren. Die Fragen sind nun, wo genau positioniert sich dieser Streifen, wie breit ist er, wie viel Regen fällt, gibt es konvektive Verstärkungen bis hin zu Gewittern. Nicht zu unterschätzen ist die Kaltfront auch in ihrer Rolle als Luftmassengrenze, die sehr warme bis heiße Subtropikluft im Süden (Tmax nahe 30°C) von mäßig warmer bis kühler Subpolarluft im Norden (Tmax an der See teils unter 20°C) trennt. Spannende Kiste, in der einiges drin ist. Was genau, dazu mehr in den nächsten Übersichten.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Grundmuster weichen eigentlich kaum voneinander ab, so dass die grobe Entwicklung gar nicht in Frage steht. Trotzdem, schon am Dienstag wird es unscharf und am Mittwoch noch viel mehr. Schon eine kleine regionale Verschiebung der Frontenlage respektive des zugehörigen Regenstreifens kann in Bezug auf Temperatur und Niederschlag ein großen (und im Sinne der Vorhersage fatalen) Unterschied ausmachen. Es verdichten sich aber ein wenig die Hinweise (Referenz die beiden jüngsten Läufe von ICON), dass der Streifen irgendwo in der Mitte zu liegen kommt

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Sonntag, den 16.08.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE: Übergang in einen wechselhaften und bei weitem nicht mehr so heißen Witterungsabschnitt.

Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC

Aktuell …

befindet sich Deutschland unterhalb einer zyklonal konturierten westlichen Höhenströmung, in der immer wieder kurze Wellen ostwärts ablaufen. Unter “normalen” Umständen würde man daraus einen landesweit wechselhaften Wetterablauf mit Wolken, Regenfällen und Gewittern ableiten, doch die Realität sieht zumindest zurzeit noch anders aus. Ein wesentlicher Mitgrund dafür dürfte in der sehr trockenen Vorgeschichte liegen, die es sehr schwer macht, nennenswerte Niederschläge sozusagen aus dem “eigenen Saft” zu generieren. Es braucht also Importe wasserdampfreicher Luftmassen und da hapert es aktuell noch etwas, auch wenn der Atmosphäre entsprechende Bemühungen nicht abzusprechen sind.

So hat beispielsweise eine erste Kaltfront den Vorhersageraum erreicht, die heute Abend aufgrund fehlender klarer Strukturen respektive Marker nur schwer zu detektieren ist, wohl aber irgendwo zwischen Mitte und Süden zu verorten ist. Dort lässt sich mit etwas Fantasie auch eine zonal exponierte Tiefdruckrinne erkennen, die quasi das das süd-südwestliche Anhängsel des Tiefs MARGARETE mit Kern (knapp unter 1000 hPa) über Mittelfinnland markiert. Im Bereich dieser Rinne und damit wahrscheinlich gerade noch präfrontal sind derzeit auch die meisten Gewitter unterwegs, was nur konsequent ist. Sowohl Labilität als auch Anfeuchtung der Luftmasse funktionieren hier im Deutschlandvergleich am besten. Hinzu kommt die Aktivierung durch einen der o.e. KW-Tröge, der die konvektiven Prozesse in den Nachtstunden aufrechthält. Potenziell betroffen davon - wie so oft kriegen längst nicht alle was ab - sind vor allem die östliche Mitte sowie die beiden südlichsten Bundesländer exklusive Nordbaden, wo die Gewitterwahrscheinlichkeit gering bleibt. Im Fokus möglicher Begleiterscheinungen steht ganz klar Starkregen (lokale Unwetter mit 25 bis 40 l/m² innert kurzer Zeit möglich), während Wind/Sturm und Hagel mit zunehmender Nachtlänge an Bedeutung verlieren.

Berechtigte Hoffnung auf (ungewittrigen) Regen gibt es im Laufe der zweiten Nachthälfte auch im Westen, vornehmlich in NRW + unmittelbar benachbarter Randbezirke. Auslöser ist ein weiterer KW-Trog, der sich von Stunde zu Stunde verschärft (Krümmung + Amplitude) und dabei ´ne ordentliche Portion PVA auf seiner Vorderseite zum Einsatz bringt. Das genügt, um bis zum Morgen wenige Millimeter Regen zu generieren (die Zahl 5 dürfte nicht überschritten werden, z.T. reicht es nicht mal für einen kargen Liter pro Quadratmeter), was eher Provokation denn Segen ist, aber nun. Gut möglich, dass auch von der Deutschen Bucht ein paar Tropfen Regen oder der ein oder andere Schauer den Weg ins nordseenahe Binnenland findet, während es sonst in Norddeutschland weitgehend trocken bleibt. Dort wird es mit 15 bis 11°C auch am kühlsten (direkt an der See etwas milder), während sonst 19 bis 14°C auf der Karte stehen.

Montag …

schwenkt der o.e. Trog unter weiterer Verschärfung langsam über den Vorhersageraum ostwärts, bleibt dabei aber das prägende synoptische Gebilde. Bodennah setzt sich eine schwache bis mäßige nordwestliche Strömung durch, generiert von der weiterhin über Finnland weilenden MARGARETE sowie einem namenlosen, meridional ausgerichteten Hoch über Westeuropa und dem Europäischen Nordmeer. Mit dem Nordwestwind wird die Kaltfront peu a peu nach Süden gegen die Alpen gedrückt, wo die letzten Reste der heute noch präsenten Subtropikluft (xS) ausgeräumt bzw. durch erwärmte polare Meeresluft (mP) ersetzt werden.

In Norddeutschland sinkt T850 auf Werte um 7°C, was bei wechselnder bis starker Bewölkung (die meisten Lücken dürften sich in unmittelbarer Küstennähe auftun) Tageshöchstwerte zwischen 19 und 22°C zur Folge hat. Und da die frisch einfließende Meeresluft bis etwa 600 hPa indifferent bis leicht labil geschichtet ist, darf im gesamten norddeutschen Tiefland bis an den nördlichen Mittelgebirgsrand heran mit dem ein oder anderen Schauer gerechnet werden. Ob es wie von einigen Modellen angedeutet auch für ein vereinzeltes kurzes Gewitter reicht, muss angesichts der doch arg limitierten Labilität angezweifelt werden.

Vom Norden in die Mitte, wo zunächst erstmal das kleine mesoskalige Regengebiet aus der Nacht von West nach Ost durchgeschleust wird. Viel tut sich nicht an der bescheidenen Intensität. Allenfalls beim Erreichen des Erzgebirges können staubedingt vielleicht ein bis zwei Millimeter mehr Regen aus den Wolken herausgequetscht werden. Wir wollen allerdings nicht unterschlagen, dass gerade in Sachsen und in der Lausitz bis in die Mittagszeit noch vor Eintreffen des Regens einzelne Schauer und Gewitter ausgelöst werden können. Durchaus mit Starkregen, so dass wir uns über Farbe Ocker auf der Warnkarte nicht wundern sollten. Ansonsten bleibt es in weiten Teilen Westdeutschlands und der westlichen Mitte am Nachmittag weitgehend trocken mit ersten Lücken im Gewölk. Tageshöchsttemperatur 19 bis 24°C.

Die wetteraktivste Zone des Landes befindet sich am morgigen Wochenanfang eindeutig in Süddeutschland, wo Kaltfront und Trogspitze sowie der damit einhergehende Luftmassenwechsel eine durchaus als fruchtbar zu bezeichnende Symbiose eingehen. Heißt im Klartext, dass sich schon vor der mittäglichen Brotzeit Gewitter, z.T. aber auch ungewittrige (Stark)Regenfälle vom oberrheinischen Grenzbereich über Südbaden und Oberschwaben bis hinüber ins Alpenvorland bzw. den bayerischen Alpenrand verlagern. Bei allem gebotenen Respekt vor irgendwelchen Warnkriterien dürften die Ereignisse des morgigen Montags angesichts der Trockenheit doch so manchen Anhänger und Befürworter finden, auch wenn z.B. Teile des Alpenvorlands noch zu den einigermaßen begünstigten Regionen dieses Monats/Sommers gehören. 15 bis 25 l/m² innert kurzer Zeit respektive 20 bis 35 l/m² in wenigen Stunden scheinen gebietsweise gesetzt, Mengen darüber (Unwetter) nicht ausgeschlossen. Wind und Hagel dürften angesichts der Rahmenbedingungen (kaum noch DCAPE wegen Durchfeuchtung, wenig Höhenwind, wenig CAPE) keine prominente Rolle spielen. Am Nachmittag und Abend zieht sich das Niederschlagsgeschehen mehr und mehr an den Alpenrand zurück, wo eine leichte Staukomponente dazukommt. Die Intensität nimmt trotzdem langsam ab. Höchsttemperatur 20 bis 24, an Saar und Oberrhein bis zu 27°C.

In der Nacht zum Dienstag zieht der Potenzialtrog nach Osten ab, was uns unter eine glatte, nach Mitternacht sogar leicht antizyklonal konturierte nordwestliche Höhenströmung bringt. Bodennah steigt der Luftdruck etwas an und bringt leichten Zwischenhocheinfluss hervor, der sich aber als trügerisch entpuppt. Zunächst allerdings lassen die Schauer im Norden und der nördlichen Mitte nach bzw. ziehen Richtung Polen und Tschechien ab. Und auch am Alpenrand kommt das Niederschlagsgeschehen zwar nicht gänzlich zur Ruhe, verliert aber weiter an Substanz.

In der zweiten Nachthälfte setzt im Westen WLA ein, welche die Warmfront des nächsten Tiefs (NORA) - dieses Mal nicht über Nordeuropa, sondern süd-südwestlich von Island positioniert - ankündigt. Die Folgen sind Aufzug mehrschichtiger Bewölkung im Westen und zum frühen Morgen hin von Benelux her einsetzender stratiformer leichter Regen (ein Hauch von Landregen), der sich am Vormittag ost-südostwärts ausweiten wird.

Die Luft kühlt in weiten Landesteilen auf 15 bis 10°C ab. Etwas milder bleibt es stellenweise im Westen/Südwesten sowie unmittelbar an der See. Dafür kann in einigen Mittelgebirgen sowie im Norden - längeres Aufklaren vorausgesetzt - hier und da die 10°C-Marke unterschritten werden.


Synoptische Entwicklung bis Mittwoch 06 UTC

Dienstag …

hat sich im neuesten ICON-Lauf von 12 UTC nicht allzu viel getan gegenüber den jüngsten Vorläufen. Von daher gelten im Großen und Ganzen die Ausführungen der Frühübersicht.

Modellvergleich und -einschätzung

Die groben Muster sowie die grundsätzliche Entwicklung werden modellübergreifend sehr ähnlich gesehen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Samstag, den 25.07.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE: EVELINE und FLOORA mischen auf - im Norden regenreicher Sonntag, teils gewittrig.

Synoptische Entwicklung bis Montag 06 UTC

Aktuell …

fällt der Luftdruck bei uns in Deutschland, was zwar nicht immer, aber häufig ein Zeichen dafür ist, dass sich was tut beim Wetter. Und tatsächlich fällt beim Betrachten der 12-UTC-Analyse auf, dass vom Hochkeil der vergangenen Tage bei uns nicht mehr viel übrig ist. Stattdessen befinden wir uns inmitten eines breiten Bodentrogs, der sich ausgehend vom Nordmeertief EVELINE bis hinunter zu den Alpen erstreckt. Ausgestattet ist die gute EVELINE mit einem vollständigen Frontensystem, das von der Nordsee her Kurs auf den Vorhersageraum nimmt. Man könnte also meinen, dass das heutige Samstagswetter ein eher wechselhaftes, ein wolkenlastiges, vielleicht sogar mit Niederschlägen war und ist.

Dass dem mitnichten so ist, verdanken wir einem vom westlichen Mittelmeer über die Alpen nordwärts gerichteten Potenzialrücken, der noch die Stellung hält und für Absinken sorgt. So schien heute im größten Teil des Landes die Sonne von einem wolkenlosen oder nur locker bewölkten Himmel. Lediglich vom Schwarzwald bis zur schweizer Grenze und von dort bis hinüber zum Alpenrand bzw. dem südlichen Vorland gab es in überhitzter und angefeuchteter Subtropikluft (xSp) einige hochreichende Quellungen nebst einzelnen Schauern zu begutachten. Und auch hoch im Norden/Nordwesten tauchten zum Nachmittag dichtere Wolken auf, wenn man so will Vorboten des o.e. Frontensystems respektive des über dem Nordmeer positionierten Höhentrogs, der seine Fühler langsam gen Süden ausstreckt.

Darüber hinaus gilt es noch zu vermelden, dass heute nach einigen Tagen der Abstinenz die 30°C-Marke mal wieder häufiger überschritten wurde, insbesondere im Süden und Südwesten, bedingt aber auch in der Mitte.

In der nun folgenden Nacht zum Sonntag beginnt der Rücken langsam gen Osten abzuwandern. Den freiwerdenden Platz nimmt von Norden her der Nordmeertrog ein, der dabei gleichzeitig Fühlung zu einem Höhentief über Südfrankreich/Nordspanien aufnimmt. Entscheidender aber ist die Tatsache, dass die teilokkludierte Kaltfront mit ihrem Regenband SH, die gesamte Küste sowie den nördlichen Teil der Norddeutschen Tiefebene erreicht. Bis zum Morgen können dabei punktuell durchaus um 5 l/m² zusammenkommen, was in diesen trockenen Tagen ja schon als Erfolg zu werten ist.

Hin und wieder regnen kann es auch an der Grenze zur Schweiz sowie an den Alpen

  • dem angrenzenden Vorland. Die Wahrscheinlichkeit, dass auch ein, zwei Gewitter an den Start gehen, ist gering, aber nicht gleich null. Zwischen den genannten Baustellen bleibt ein breiter Streifen übrig, in dem die Nacht gering bewölkt oder klar und trocken über die Bühne geht. Die Tiefstwerte liegen zwischen 19 und 12°C, in den zentralen und östlichen Mittelgebirgen lokal um 10°C.

Sonntag …

setzt sich der zyklonale Trend von Norden bzw. Nordwesten her fort. Heißt konkret Ausweitung des nordischen Potenzialtrogs südwärts, während die Kaltfront Schwierigkeiten hat, Boden nach Süden hin gutzumachen. Grund ist eine flache Welle (FLOORA), die sich auf der Südwestflanke der stationären EVELINE über dem Osten UKs bzw. der westlichen Nordsee bildet. So geht die Kaltfront in die Warmfront dieser Welle über, wodurch sie in ihrer Progression landeinwärts ausgebremst wird. Trotzdem dehnt sie ihren Wirkungsradius bis in die mittleren Landesteile aus, allerdings mehr durch aufziehende Bewölkung denn durch vor allem nach Westen hin dringend erforderlichen Regen.

Der schlägt dafür im Norden ordentlich zu, wo nicht nur das Schleifen der Front, sondern auch eine leichte Labilisierung durch die Annäherung des Höhenstrogs zum Tragen kommt. Die Regenfälle werden zusehends konvektiver bzw. werden konvektiv verstärkt. Selbst eingelagerte Gewitter sind plausibel, auch wenn mangels Einstrahlung nicht allzu viel an CAPE geboten ist. So oder so, speziell vom nördlichen NDS über den Hamburger Raum und den Süden SHs bis hinüber nach MV zeichnet sich ein Korridor mit erhöhter, von West nach Ost fortschreitender Starkregenwahrscheinlichkeit ab, sei es ein- oder auch mehrstündig.

Anfällig für Schauer und einzelne (markante) Gewitter (SR, kleiner Hagel, Böen bis 8 Bft) bleiben auch der äußerste Süden und Südosten, was zu einem Großteil auf das Konto o.e. Höhentiefs geht. Dieses schließt sich nunmehr als Randtrog dem nördlichen Haupttrog an, so dass morgen quasi das ganze Land unter Trogeinfluss liegt. Trotzdem bleibt zwischen den angesprochenen Aktivzonen eine Art kompensatorischer Streifen übrig, der sich vom Südwesten bis in die östliche Mitte erstreckt. Dort dürften morgen nicht nur die meisten Sonnenstunden verbucht werden, es bleibt auch weitgehend trocken. Dazu frischt der westliche Wind im Tagesverlauf z.T. stark böig auf mit Spitzen bis zu 7 Bft, auf einigen Kämmen und Kuppen der Mittelgebirge 8 Bft (Brocken 9 Bft). Grund ist eine von der Mitte südwärts laufende Druckanstiegswelle, die möglichweise das Resultat einer vorlaufenden, abgesehen vom Wind wetterunwirksamen Splitfront ist.

Während in der NW-Hälfte mit 19 bis 26°C das Ende der thermischen Fahnenstange erreicht ist, stehen sonst 26 bis 32°C auf dem Zettel.

In der Nacht zum Montag zieht die Welle über Südskandinavien ostwärts, wodurch die Kaltfront aus ihrer “Gefangenschaft” entlassen wird und südostwärts vorstoßen kann. Begleitet wird sie vom Nordmeertrog, dessen Hauptachse langsam ostwärts schwenkt. Die schauerartigen, teils gewittrigen Regenfälle aus dem Norden breiten sich unter allmählichem Intensitätsverlust bis in die Mitte und den Osten aus (das RMG geht höchstwahrscheinlich aber leer aus, was bitter ist). Südlich der Donau wird die Druckwelle etwas aktiviert, während sonst Druck- und Potenzialanstieg von Westen her für eine allmähliche Wetterberuhigung sorgen.

Noch zwei, drei Sätze zu Wind und Temperatur. Während der westliche bis nordwestliche Wind im Binnenland mit Ausnahme einiger Hochlagen Substanzverlust anmeldet, frischt er an der Küste (erst Nord-, dann Ostsee) spürbar auf mit Böen 7, an der Ostsee bis 8 Bft (ICON). Thermisch macht sich in der NW-Hälfte die frisch eingeflossene maritime Polarluft (mP; T850 nur noch 8 bis 4°C) bemerkbar mit Minima zwischen 16 und 12°C (Wolken und ein nicht gänzlich einschlafender Wind verhindern eine größere Abkühlungsrate). Ansonsten liegt die Tiefsttemperatur zwischen 20 und 14°C.


Synoptische Entwicklung bis Dienstag 06 UTC

Montag …

hat die in der Frühübersicht ausführlich beschriebene Diskrepanz zwischen ICON und den externen Modellen - es geht um einen potenziellen, von NRW bis hinüber zur östlichen Mitte reichenden Schauerstreifen - weiter Bestand. Neues dazu im “Wort zum Sonntag”, der morgigen Frühübersicht.

Modellvergleich und -einschätzung

Es ist alles geschrieben.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Donnerstag, den 23.07.2026 um 18 UTC

SCHLAGZEILE: Abklingende Gewitter im Nordosten, danach sehr ruhiges und zunehmend heißes Hochdruckwetter. Am Samstag in den südlichsten Gebirgen erste Gewitter.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 06 UTC

Aktuell …

liegen wir noch zwischen den Stühlen. Ein Stuhl ist das sich zunehmend regenerierende Hoch über dem Atlantik mit neuem Ableger im Bodendruckfeld, der sich am Abend aus Westen hereinschiebt und neu auf den Namen “Norbert” hört. Der andere Stuhl ist ein älteres Modell in Form des gealterten Bodentiefs “Deborah” über Polen, wozu auch ein ausgedehnter Potentialtrog gehört, der sich nach Süden bis nach Österreich erstreckt. Dieser Trog wandert jetzt nach Osten ab, während es von Westen zu Geopotentialanstieg kommt. Dabei formt sich ein Rücken mit Achse ausgehend vom westlichen Kanal bis nach Mittelnorwegen. Zwischen den Stühlen bedeutet also, dass wir aktuell unterhalb des ausgeprägten Geopotentialgradienten liegen. Dementsprechend hat sich eine kräftige Nordanströmung in der Höhe eingestellt (GWL Nz), während bodennah Nordwest überwiegt. Das führt dazu, dass sich die Temperaturen heute eher bedeckt halten was dem ein oder anderen nach den Hitzeeskapaden der letzten Wochen aber nur recht sein dürfte. Einen Sommertag mit über 25°C dürfte es nur entlang von Rhein und Mosel sowie knapp im Rhein-Main-Gebiet geben. Neben den gemäßigten Temperaturen haben sich unterhalb der neu gebildeten Absinkinversion zahlreiche Cu-Wölkchen gebildet, die nach Osten hin aufgrund erhöhter Grenzschichtlabilität und schwächerer Inversion auch noch deutlich höhere vertikale Mächtigkeit erreichen. Dies geht bis hin zu einem Streifen vom Haff bis zur Lausitz mit erhöhten CAPE-Werten von durchaus 300 bis 400 J/kg. In moderater DLS von etwas über 10 m/s haben sich mehrere Gewitter mit Multizellencharakter gebildet, von denen einige wenige auch einen erhöhten Organisationsgrad aufweisen. Das heißt, dass es neben kräftigem Regen auch mal ein Hagelkorn oder eine stürmische Böe von 8 Bft geben kann. Insgesamt hält sich das Geschehen aber warntechnisch in Grenzen, sodass die Ockerschublade nur im äußersten Notfall geöffnet werden muss. Wolkenfrei ist es nur in größeren Teilen des Südwestens sowie an der Ostseeküste. Dort wirkt der Skandi-Föhn recht eindrucksvoll, u.a. schön auf den aktuellen Satellitenbildern zu sehen mit einem großen, wolkenfreien Streifen.

Die kommende Nacht ist schnell abgehandelt: “Norbert” dehnt sich weiter nach Deutschland aus. Etwas Gradient verbleibt noch im Norden und Nordosten. Aus Richtung Nordsee breitet sich tiefe, aber meist eher flache St- oder Sc-Bewölkung über die gesamte Nordwesthälfte aus, sodass es dort tendenziell etwas milder bleibt als im Rest des Landes unter meist wolkenfreiem Himmel. Grundsätzlich steht uns dabei nochmal eine ziemlich frische Nacht ins Haus. Unter Bewölkung sinken die Werte auf etwa 10°C, unter klarem Himmel in der Südhälfte geht es auch schonmal auf 5°C runter. Vielleicht reicht es in den bekannten Kältelöchern (Stichwort: Marienberg-Kühnhaide) wieder für leichten Frost.

Freitag …

amplifiziert der Langwellentrog über Osteuropa noch weiter, allerdings hat sich das dazugehörige Bodentief über Polen und dem Baltikum bereits aufgelöst. Es folgt der Höhenrücken von Westen nach. Dieser liegt dann mit seiner Achse genau über Deutschland. Bodennah stellt sich eine Druckkonfiguration ein, die man fast nur noch mit Sumpf bezeichnen kann. In Abwesenheit eines nennenswerten Gradienten lassen sich kaum noch vernünftige Druckstrukturen ausmachen. Nur der äußerste Norden verbleibt noch im Bereich der Frontalzone, dort lassen sich noch ein paar Isobaren auf der Karte finden. Dementsprechend ist dort noch länger bewölkt, während die sonstige tiefe Bewölkung aus der Nacht mit dem Tagesgang zunehmend in Cu-Bewölkung transformiert wird und sich zum Abend zunehmend auflöst. Später tritt WLA-bedingt im Südwesten zunehmend Ci-Bewölkung in Erscheinung. Überhaupt nehmen die Temperaturen auch allmählich zu. Spätestens mit Durchgang der Keilachse dreht die Strömung zunehmend auf südwestliche Richtungen und setzt die Warmluftzufuhr in Gang. Höchstwerte dann am Oberrhein bereits wieder bis zu 30°C, während der Norden noch weiter recht kühl bleibt bei nur knapp über 20°C.

In der Nacht zum Samstag zonalisiert die Höhenströmung im Norden, während sich der Höhenrücken Richtung Süden zurückzieht. Ein Randtrog nähert sich allmählich an, verbleibt aber zunächst noch über der Biskaya liegen. Quintessenz: Bei uns passiert nichts Signifikantes. Im Norden ist es weiter bewölkt, in der Mitte und im Süden verbleibt es weiter maximal bei Ci-Bewölkung, teilweise klart es auch auf. Es wird nicht mehr ganz so frisch wie zuvor, aber teilweise gehen die Werte immer noch bis auf 8°C zurück. In der Westhälfte und an der Küste ist es teils schon deutlich milder, hier sinken die Werte auf 15 bis 12°C.


Synoptische Entwicklung bis Sonntag 06 UTC

Samstag …

erreicht der Randtrog den Südwesten Deutschlands. Die Temperaturen drehen deutlich auf und steigen im Südwesten auf über 30°C. Dabei bilden sich inneralpin und wahrscheinlich auch im Südschwarzwald einzelne Gewitter, die später gen Abend noch aus dem Bergland herauslaufen. Bei mäßiger Scherung von 10 m/s sind wohl keine gröberen Sachen zu erwarten. Ausführlicher wird dazu in der Frühübersicht von Jens Hoffmann berichtet.

Modellvergleich und -einschätzung

Angesichts der Lage gibt es keine diskutablen Modellunterschiede. Etwas Kopfzerbrechen bereitet noch die Konvektion am Samstag, die zuletzt auch deutlich stärker gezeigt wurde. ECMWF zeigt auch immer noch etwas bessere Bedingungen für intensivere Entwicklungen. Es gilt wie immer, abzuwarten.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

M.Sc. Felix Dietzsch

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Donnerstag, den 23.07.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: GWL: Noch Nz (Nord zyklonal)

NORBERT der Gemütliche - meist ruhiges und warnarmes Wetter auf zunächst überschaubarem Temperaturniveau. Bis Samstag von Südwesten aber zunehmend sehr warm bis heiß.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC

Donnerstag…

bleibt die Großwetterlage in ihren Grundfesten konstant: auf dem Atlantik das umfangreiche Hoch mit Potenzialunterstützung aus der Höhe, knapp östlich der ausladende LW-Trog zwischen Nordpolarmeer und SE-Europa. Ergibt bei uns eine weitgehend glattgestellte, nach Osten hin noch leicht zyklonal konturierte nördliche, im Süden eher nordwestliche Höhenströmung, in der keine besonderen dynamischen Impulse zu erwarten sind. Die “Musik” spielen in der Regel ja die kurzen Wellen, die Rand- und Sekundärtröge usw., von denen sich heute aber nicht wirklich einer blicken lässt. Gestern Abend und in der Nacht ist ein solches Exemplar tatsächlich mal über den Nordosten und Osten hinweggeschwenkt und hat auch gleich für einige, teile elektrische Überentwicklungen gesorgt. Inzwischen hat sich die Szenerie nicht zuletzt mit Hilfe des Tagesgangs aber beruhigt (am frühen Morgen nur noch ganz wenige Schauer). Nichtsdestotrotz, die Nähe zum nicht weit entfernten Trog gepaart mit leidlicher Labilität der einfließenden polaren Meeresluft (mP; T850 um 6°C) sowie steigendem Sonnenstand lassen die Konvektion insbesondere in einem etwa von Vorpommern bis hinunter nach Ostsachsen verlaufenden Korridor im Tagesverlauf wieder aufleben. Im genannten Streifen ist auch die Feuchtezufuhr von der Ostsee am besten ausgeprägt, so dass die erforderliche CAPE erzeugt werden kann - nicht im Übermaß, aber ausreichend. Kurzum, im Osten darf man heute neben Schauern auch einzelne Gewitter erwarten, die in der Regel aber in der untersten, der gelben Liga unterwegs sind. Die Wahrscheinlichkeit für markante Gewitter (Böen 8 Bft/Starkregen 15 l/m²/h) ist gering. Gering ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass der mitunter böig auflebende Nordwestwind steife Böen 7 Bft am Fließband produziert, so dass sich eine Warnung nicht wirklich aufdrängt.

Ansonsten ist festzuhalten, dass das o.e. Hoch seinen Schwerpunkt zwar nach Westen weit raus auf den Atlantik verschoben hat. Der breite und wuchtige, über UK/Irland, Benelux und Frankreich bis zum Balkan gerichtete Keil bleibt uns aber erhalten. Wenn man so will, ist er gerade dabei, sich nach dem gestrigen Durchgang einer schwachen und nahezu wetterinaktiven Kaltfront zu erholen, was ihm auch gleich mal einen neuen Namen eingebracht hat: Aus MORITZ (inzwischen weiter östlich) wurde NORBERT. Gemeinsam mit dem im Grenzbereich Polen-Belarus-Litauen angelandeten Tief DEBORAH wird von Nordwesten nicht nur in den Osten, sondern auch in die übrigen Landesteile maritime Polarluft gesteuert, in der das gemäßigte Temperaturniveau erhalten bleibt. Am meisten kann sich die Luft im Süden und Südwesten erwärmen, wo mit Hilfe der nur bedingt durch Wolken gestörten Sonne 23 bis 27°C anvisiert werden. Die meiste Bewölkung im Süden ist am Alpenrand anzutreffen, wo erstens noch Reste der besagten Kaltfront rumlungern und zweitens etwas Stau erzeugt wird. Sogar einzelne Schauer können nicht ausgeschlossen werden.

Von der Mitte aufwärts bis hoch in den Norden startet der Tag vielerorts mit geschlossener tiefer Bewölkung, die sich unterhalb einer zwischen 900 und 800 hPa positionierten Absinkinversion ausgebreitet hat. Hier besteht aber die nicht unberechtigte Hoffnung, dass die Wolken mit dem Tagesgang mehr und mehr “angeknabbert” werden bzw. Lücken reißen, um der Sonne insbesondere am Nachmittag und Abend Entfaltungsmöglichkeiten einzuräumen. Im Nordosten klappt das jetzt schon ganz gut, was dem Einschub trockenerer Luft aus dem Süden Skandinaviens geschuldet ist. Skandenföhn lautet hier das Stichwort, der durch Überströmen der norwegischen Gebirge eine Abtrocknung bewirkt, von der bei nordwestlicher Anströmung auch Teile Nord- respektive Nordostdeutschlands profitieren. Namentlich sind die Profiteure SH inkl. dem Großraum HH sowie MV, bedingt auch noch das nördliche BB und das nördliche ST. Thermisch stehen 20 bis 24°C, im nordwestlichen NDS sowie an Küstenabschnitten mit auflandigem Wind unter 20°C auf der Karte.

In der Nacht zum Freitag verlagert sich der knapp westlich von uns platzierte Höhenrücken etwas nach Osten, wodurch Absinken weiter gefördert und der Bodenhochkeil noch mehr gestützt werden. Für weite Landesteile bedeutet das eine gering bewölkte oder klare Nacht bzw. weiteren Rückgang der am Abend noch vorhandenen Tagesbewölkung. Wie so oft im Leben heißt es aber auch hier, keine Regel ohne Ausnahme. In diesem Fall trifft es den Nordwesten und Teile Norddeutschlands. Gerade Richtung Deutsche Bucht löst sich die tiefe Bewölkung vom Tage wahrscheinlich nicht überall auf. Darüber hinaus ist von der Nordsee und den Niederlanden Nachschub garantiert, so dass vor allem NDS, aber auch Teile NRWs sowie der anderen norddeutschen Bundesländer mit ST/SC versorgt werden. Je nach Bewölkung kühlt es ab auf 14 bis 6°C, in einigen Kältelöchern der Mittelgebirge und des Südens sogar noch etwas darunter. Direkt am Meer liegt das Minimum dagegen stellenweise bei 15 oder 16°C.

Freitag…

verlagert sich der Höhenrücken weiter ostwärts, so dass er am Tagesende den gesamten Vorhersageraum überdeckt. Da macht es nicht viel aus, dass der weiterhin präsente Hochkeil NORBERT - im Wesentlichen strahlungsbedingt ein paar wenige Hektopascal von den Rippen nimmt. Subsidenz ist nach wie vor Trumpf, was ein Absinken der Inversion und eine damit einhergehende Stauchung der Grundschicht sowie weiteres Abtrocknen von oben zur Folge hat. So scheint morgen im gesamten Süden sowie in der Mitte die Sonne von einem wolkenlosen (insbesondere im Südwesten) oder nur locker bewölkten Himmel. Die Luft kann sich diabatisch deutlich erwärmen auf 25 bis 30°C (30°C punktuell am Oberrhein), wobei die 25°C-Isotherme vorrückt bis etwa einer Linie Wesel-Weißwasser (Lausitzer Füchse).

In der solaren Hinterhand am Freitag ganz klar die Nord- und Nordwestdeutschen, die gerade am Morgen und Vormittag das dicke Päckchen nächtlicher Stratus- und Stratocumulusbewölkung zu tragen haben. Bei insgesamt nur wenig Luftbewegung und entsprechend fehlender bzw. nur wenig vorhandener Turbulenz muss Klärchen ´ne Menge Kärrnerarbeit leisten, um das zähe Gewölk wegzubruzzeln - ein Unterfangen, was nach Meinung eigentlich aller gängigen hochauflösenden Modelle nicht vollständig gelingen wird. Oder um es anders auszudrücken, gerade im Nordwesten wird sich bis in die Abendstunden gebietsweise starke tiefe Bewölkung halten oder nur sporadische Lücken reißen. Es ist evident, dass es unter diesen Bedingungen bei weitem nicht so warm werden kann wie im Süden, was allerdings auch aus der Luftmasse per se ableitbar ist. So stehen im gesamten Norden Höchsttemperaturen von 19 bis 24°C auf dem Zettel, die niedrigsten Werte auf den Inseln.

In der Nacht zum Samstag hält der Rücken die Stellung bei uns, während sich aus dem Bodenhochkeil eine eigenständige Parzelle löst. Grund ist einsetzender Druckfall über Frankreich und SW-Europa, wo sich vom westlichen Mittelmeer her eine Tiefdruckrinne nach Norden vorarbeitet und sich zwischen das Mutterhoch auf dem Atlantik und die knapp ost-südöstlich von uns abplatzende 1015er-Parzelle schiebt. Nennenswerte Auswirkungen auf das Geschehen vor Ort hat das zunächst nicht. So steht eine weitere gering bewölkt bis klare Nacht ins Haus, selbst im Norden wird weiter am Abbau der zähen Tagesbewölkung gearbeitet. Während im Südwesten sowie direkt am Meer die Luft z.T. nicht unter 17 bis 15°C abkühlt, geht´s sonst runter auf 14 bis 8°C, im Südosten stellenweise noch etwas tiefer.

Samstag…

verlagert sich die Achse des Höhenrückens zwar etwas nach Osten, im Großen und Ganzen bleibt er aber noch für unser Wetter verantwortlich. Trotzdem gilt es schon mal ein Auge auf das Höhentief über der Biskaya zu werfen, das Anschluss an einen Trog über dem Nordmeer findet und in der Folge als südlicher Randtrog des gesamten Gebildes agiert. Zwar nähern sich beide dem Vorhersageraum, von einer wirklichen Vorderseite kann man aber eigentlich erst ab der Folgenacht sprechen. Gleichwohl, der Luftdruck fällt weiter und die Rinne zieht nach Deutschland rein, wo sie sich zu einem breiten Bodentrog ausweitet, der als Verbindungsglied zwischen einem Nordmeertief und einem Randtief bei den Balearen fungiert (12 UTC).

Kurzum, das gesamte Setup nimmt allmählich zyklonalere Formen an und auch bei der alternden Luftmasse tut sich was. Vor allem im Süden legt T850 teils absinkbedingt, teils advektiv deutlich zu, südlich der Donau geht´s hoch auf bis zu 21°C. Potenziell instabil ist die Schichtung im Süden ebenfalls und auch die Anfeuchtung der bis dato sehr trockenen Luft macht Fortschritte. Ob das alles am Ende tagsüber schon für die ersten Schauer oder gar Gewitter vom Südschwarzwald bis hinüber ins Allgäu reicht, ist allerdings fraglich. Zaghafte Andeutungen seitens der Numerik sind vorhanden, die Überzeugung fehlt aber noch.

Überzeugt sind Mensch und Maschine vom deutlichen Temperaturanstieg, der das Thermometer zwar nicht in schwindelerregende, zumindest in der Südhälfte aber sommerlich-heiße Sphären bringt: 28 bis 33°C lautet die Spanne, dazu viel Sonne und meist nur locker Wolken. Ähnliches Wetter auch in der Nordhälfte bei allerdings “nur” 25 bis 30°C, an der See je nach Windrichtung (überwiegend Südwest, aber das Potenzial für Seewind ist da) z.T. etwas weniger. Im Nordwesten kann es zeit- und gebietsweise auch mal wolkiger sein (z.T. noch Erbmasse aus der Nacht heraus), ein komplett grauer Tag zeichnet sich aber nicht ab.

In der Nacht zum Sonntag nimmt die Schauer- und Gewitterneigung mit Annäherung des Troges im äußersten Süden zu, ohne jetzt schon auf ohnehin noch unsichere Details einzugehen. Auch im Nordwesten verdichtet sich die Bewölkung wieder, allerdings ist diese jetzt hochreichender als zuvor und bringt spätestens in der zweiten Nachthälfte ersten Regen von der Nordsee her. Grund ist die Annäherung eines okkludierten Frontensystems, das zu dem o.e. Nordmeertief gehört und am Sonntag einen Großteil des Vorhersageraums beschäftigen wird (Norden, Westen, Teile der Mitte). Mit 19 bis 13°C Minimum bleibt diese Nacht deutlich milder als die Nächte zuvor, nur in einigen zentralen Mittelgebirgen oder im Harz wird´s etwas kühler.

Modellvergleich und -einschätzung

Der Kurs steht, kleine Unschärfen wurden im Text erörtert.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Mittwoch, den 22.07.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: GWL: Nz (Nord zyklonal)

Im Süden und Südwesten Hochdruckeinfluss (MORITZ) und sommerlich warm. Sonst gemäßigte Tagestemperaturen und leicht wechselhaft, an der See heute windig bis stürmisch.

Synoptische Entwicklung bis Freitag 24 UTC

Mittwoch…

kommen wir aus einer für die letzte Julidekade doch ziemlich frischen Nacht. Herkunft und Qualität der vorherrschenden Luftmasse (abgetrocknete maritime Polarluft m/xP) machen sich bei langsam zunehmender Nachtlänge deutlich bemerkbar. Vor allem in der wolkenarmen bis -losen Südhälfte, aber auch in Teilen der Mitte ging´s mächtig bergab. Zwar hat es für Frost in Bodennähe (noch) nicht ganz gereicht, aber Werte unter der 5°C-Marke sind ja auch nicht von schlechten Eltern. Selbst in 2 m Höhe gab es ein paar wenige Stationen (darunter natürlich die üblichen Verdächtigen aus dem sächsischen Bergland Deutschneudorf-Brüderwiese und Carlsfeld) mit 5°C oder etwas darunter. Da macht doch das nächtliche Öffnen der Schlafzimmerfenster wieder richtig Spaß, auch wenn´s mit dem Nacktschlafen vielleicht erstmal vorbei ist.

Nicht vorbei ist die mit Nz titulierte Großwetterlage, die sich im Wesentlichen aus zwei Säulen zusammensetzt. Westlich von uns über dem nahen Atlantik eine hochreichende, also rückengestützte 1035+X-hPa-Antizyklone, von der aus sich ein fetter Keil bis zum Europäischen Nordmeer und ein zweiter (MORITZ) über die Alpen hinweg bis zum Balkan erstreckt. Die andere Säule befindet sich ost-nordöstlich von uns in Form eines vom Nordpolarmeer bis zum östlichen Mittelmeer reichenden Monumentaltrog, der mit einem mehrkernigen Tiefdrucksystem korrespondiert. Über Karelien und dem Nordwesten ist das die Familie CERRY (mittlerweile ist man bei der Namensgebung bei #4 und #5 angelangt), doch für das Geschehen bei uns zeichnet ein anderer kleiner aber feiner Sommerwirbel verantwortlich. Er schimpft sich DEBORAH, was der Verfasser aus in der gestrigen Frühübersicht dargelegten Gründen schwer anzweifelt, aber sei es wie es sei. Tatsache ist, dass dieses kleine, über Südnorwegen geborene Tief - in der Nachtanalyse von 00 UTC wurden sogar zwei 1010-hPa-Kerne gefunden - im Tagesverlauf über Südschweden hinweg in Richtung südöstliche Ostsee zieht. Zwar deutet sich keine weitere, zumindest nennenswerte Vertiefung mehr an. Trotzdem, der Druckgradient zum ortsfesten Hoch reicht aus, um den deutschen Küsten sowie dem küstennahen Binnenland einen windigen Mittwoch zu verpassen. Vor allem an der Nordsee (nordfriesische Küste mehr als ostfriesische) nimmt der “Nordwest” ordentlich Fahrt auf mit Böen Stärke 7-8 Bft, auf Sylt vielleicht sogar eine 9 Bft. Etwas gemäßigter die Ostseeküste, wo die Windrichtung eher West-Nordwest ist und Böen 8 Bft seltener auftreten, vor allem nach Osten hin.

Darüber hinaus gilt es zu berichten, dass die wenig wetteraktive Kaltfront des Tiefs am späten Vormittag bzw. in der Mittagszeit von der Deutschen Bucht bzw. von Dänemark her die küstennahen Areale erreicht, um von dort weiter landeinwärts vorzustoßen. Rückseitig wird eine frische Portion maritimer Polarluft zu uns gesteuert, die sich thermisch aber kaum abhebt (teils durch den Tagesgang kaschiert) von der präfrontalen Luftmasse. Apropos präfrontal, angetrieben durch schwache WLA hat sich unterhalb einer zwischen 900 und 850 hPa platzierten Inversion weitgehend geschlossene ST/SC-Bewölkung über weite Teile der Norddeutschen Tiefebene bis in den nördlichen und zentralen Mittelgebirgsraum ausgebreitet (NRW und Nordhessen z.B. sind heute Morgen komplett dicht), aus der lokal ein paar Tropfen fallen. Die Bewölkung wird noch ein kleines Stück nach Süden vorankommen und sich dabei in den nächsten Stunden bis zum Abend als ziemlich zähe Materie entpuppen, die nur wenige Platz für direkte solare Strahlung freigibt und immer mal wieder etwas Nass absondert, ohne dass das die monatliche Niederschlagsbilanz substanziell verändern würde.

Interessanter wird es dann ab dem Spätnachmittag respektive dem frühen Abend, wenn nämlich ein in die nord-nordwestliche Höhenströmung eingelagerter und an das Bodentief gebundener erster KW-Trog den Nordosten erfasst und dort für eine Labilisierung sorgt. Feuchte ist auch soweit vorhanden, dass etwas (skinny) CAPE generiert werden kann. Bei solider LL-Scherung entwickeln sich erste Schauer oder auch kurze Gewitter (Einzelzellen), die mit Böen 7-8 Bft und kleinkörnigem Hagel einhergehen können.

Völlig unbeeindruckt von den Geschehnissen weiter nördlich zeigt sich Süddeutschland, namentlich etwa ab der Mainlinie südwärts. Zwar wird der o.e. Hochkeil durch die sich von Nordwesten nähernde Kaltfront etwas gestaucht, was aber keinen großen Impact erzeugt. Mit anderen Worten, es scheint die Sonne von einem überwiegend nur locker bewölkten Himmel, was sich freilich auch auf die Temperatur auswirkt. Die steigt nämlich auf 24 bis 28°C, während von der Mitte nordwärts nur 20 bis 24°C auf der Karte stehen. An der Küste und auf den Inseln muss bei auflandigem Wind schwer um das Erreichen der 20°C-Marke gekämpft werden ein Kampf, der nicht immer zu gewinnen sein wird.

In der Nacht zum Donnerstag wird eine weitere Kurzwelle über den Nordosten und Osten geschleust, welche die Wettermaschinerie zwischen MV und Lausitz bzw. Erzgebirge am Laufen hält. Neben Schauern sind auch weitere Gewitter wahrscheinlich, wenn auch nur als Einzelkämpfer. In MV gibt es gar schwache Signale, dass neben den tagsüber schon aufgetretenen Begleiterscheinungen auch mal Starkregen um 15 l/m² innert kurzer Zeit mit dabei ist. Mit zunehmendem Abstand zwischen Tief und dem sich etwas abschwächenden Hoch (die 1035iger-Isobare wird in der Nachtanalyse wohl nicht mehr zu finden sein), beginnt auch der Gradient aufzufächern. Der Wind lässt kontinuierlich nach (Böen bei Konvektion mal ausgenommen), so dass am Morgen nur noch um Rügen herum, vielleicht noch am Darß Böen ein paar steife Böen 7 Bft aus Nordwest unterwegs sind.

Ansonsten bliebe noch zu konstatieren, dass die Kaltfront die zentrale Mittelgebirgsschwelle überwindet und den Süden des Landes mit einigen Wolkenfeldern erreicht. So großflächig geschlossen wie im Norden wird die Bewölkung aber nicht daherkommen, trotzdem kann es am östlichen Alpenrand mit Hilfe von etwas orografisch erzwungener Hebung für ein paar Tropfen langen. Außerdem wird die Tiefsttemperatur um einige Grad höher liegen als die Nacht zuvor. In den restlichen Landesteilen bleibt es trotz einiger Lücken häufig stark bewölkt, aber weitgehend trocken. Den größten Wolkenschwund gibt es ganz im Norden, insbesondere in Schleswig-Holstein, wo der Skandenföhn zuschlägt und abgetrocknete Polarluft installiert. Da es aber leicht windig bleibt, bleibt die Abkühlungsrate limitiert und die Tiefsttemperatur sehr wahrscheinlich zweistellig.

Donnerstag…

zieht sich das Hoch etwas auf den Atlantik zurück und auch der korrespondierende Rücken scheint etwas an Substanz zu verlieren. Nichtsdestotrotz bleibt ein prominenter Keil erhalten, der sogar wieder etwas breiter wird und weiterhin gen Balkan gerichtet ist. Die Kaltfront im Süden löst sich angesichts solch frontolytischer Rahmenbedingungen auf, so dass bei nun wieder weitgehend glatt gestellter nord-nordwestlicher Höhenströmung einem sonnigen bis heiteren Donnerstag im Süden und Südwesten nichts entgegensteht. Fast nichts, sollte man feingliedrig hinzufügen, stellt sich doch an den Alpen eine leidliche Stausituation ein, die a) für einen höheren Wolkenanteil und b) zeitweise für etwas Regen sorgt, vornehmlich in der ersten Tageshälfte.

Weiter nördlich, also grob von den Niederlanden und der Nordsee bis hinüber zum Erzgebirge bzw. zur deutsch-polnischen Grenze schließt sich ein breiter Korridor an, in dem vor allem am Morgen und am Vormittag zahlreiche tiefe Wolken unterhalb der bei 800 hPa befindlichen Sperrschicht das Himmelsbild prägen. Hier und da fallen ein paar Spritzer Regen oder Nieselregen, insbesondere dort, wo das Bergland beim Heben etwas mithilft. Zum Nachmittag und Abend hin bekommen die Wolken aber immer mehr und auch größere Lücken bzw. lösen sich ganz auf. Um einiges höher (700 bis 600 hPa) und/oder weit schwächer ausgeprägt ist die Inversion in den östlichen Landesteilen etwa zwischen Vorpommern und dem Osterzgebirge respektive dem Zittauer Gebirge. Geschuldet ist das offensichtlich der Nähe zum weiterhin leicht östlich von uns präsenten Potenzialtrog. Die Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Landstrich Schauer und sogar einzelne (meist gelbe) Gewitter an den Start gehen und der Nordwestwind mitunter böig auffrischt (Spitzen bis 7 Bft), ist hoch. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Gewitter von Böen 8 Bft begleitet werden, ist allerdings nicht mehr ganz so hoch, aber auch nicht gleich null (inverses V in der Grundschicht).

Eine Region fehlt noch, die ganz im Norden liegt und vom Skandenföhn begünstigt wird: Schleswig-Holstein, Mecklenburg, die gesamte Ostseeküste, wo häufig die Sonne scheint. Trotzdem wird es in der frisch eingeflossenen Polarluft nicht wärmer als 19 bis 23 °C. In den übrigen Landesteilen sind es meist 20 bis 25, im Südwesten bis 27, im Grenzbereich zur Schweiz lokal vielleicht 28°C.

In der Nacht zum Freitag ändert sich wenig an der großräumigen Strömungskonstellation, so dass weitgehend der Tagesgang die Szenerie bestimmt. Heißt weitere Wolkenrückbildung bzw. -auflösung, im Osten nachlassende Konvektion. Keine Regel ohne Ausnahme, von der Nordsee her driften ausgedehnte tiefe Wolken in den Nordwesten, aus denen aber nur vereinzelt etwas Regen oder Nieselregen fällt. Abgesehen vom Nordwesten wird die die Nacht wieder kühler als die Vornacht, sprich, einstellige Tiefstwerte deutlich häufiger, in den Mittelgebirgen sowie im Süden stellenweise nur 5°C.

Freitag…

gestaltet sich gänzlich unspektakulär und kann mit der gebotenen Kürze abgehandelt werden. Zwar schwächt sich der nach wie vor präsente, gen Südosten gerichtete Bodenhochkeil etwas ab (eine 1020-hPa-Isobare wird man bei uns sehr wahrscheinlich nicht mehr finden). Dafür schiebt sich von West- und Südwesteuropa der o.e. Rücken bis uns vor, so dass Absinken das Geschehen dominiert. Die Luftmasse trocknet weiter ab, was eine Ausbreitung der sonnigen bis locker bewölkten Verhältnisse aus dem Süden über die Mitte bis etwa an den Südrand der Norddeutschen Tiefebene zur Folge hat. Auf Nordkurs auch die “Sommertag-Grenze”, sprich, die 25°C-Isotherme, die etwa bis auf eine Linie Niederrhein-Niederlausitz vorankommt. Südlich davon stehen abgesehen von höheren Lagen 25 bis 29, am Oberrhein lokal bis zu 30°C auf der Karte.

Moderater das Temperaturniveau weiter nördlich (19 bis 25°C), was nicht nur der Luftmasse per se (T850 um 9°C, im Süden um 13°C), sondern auch der Tatsache geschuldet ist, dass es vielerorts bewölkt ist. Der nächtlich Stratus bzw. Stratocumulus breitet sich sogar noch etwas nach Osten aus, bevor der Tagesgang anfängt zu knabbern und das Ganze versucht aufzulösen oder aber in Cumulusbewölkung zu transformieren. Warntechnisch bleiben wir über jeden Zweifel erhaben, da weder beim Wind noch beim Niederschlag auch nur ansatzweise was zu holen ist.

Das gilt übrigens auch für die Nacht zum Samstag, auch wenn der Bodenhochkeil weiter an Kontur verliert. Der Rücken hält prominent die Stellung, so dass folgende Kurzformel greift: “Gering bewölkt oder klar, nur im Norden Wolkenfelder, aber meist trocken.” Im Südwesten sowie direkt an der See kühlt es teilweise nicht auf unter 15°C ab, in den übrigen Regionen sehr wohl. Gerade im Süden und in der Mitte wird´s vielerorts wieder einstellig (9 bis 6°C).

Modellvergleich und -einschätzung

Erwartungsgemäß haben die Modelle die Lage im Griff. Die Basisfelder sind kongruent, die trotzdem auftretenden Unschärfen klein und handelsüblich. Ein signifikanter Einfluss auf die Vorhersage resultiert daraus nicht.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann

SYNOPTISCHE ÜBERSICHT KURZFRIST

ausgegeben am Dienstag, den 21.07.2026 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: GWL: Nz (Nord zyklonal)

Hoch- oder Tiefrandlage, je nach Gusto. Weiterhin gemäßigte Temperaturen, am wärmsten dabei der Südwesten. In den Nächten z.T. sehr frisch.

Synoptische Entwicklung bis Donnerstag 24 UTC

Dienstag…

sind die Rollen auf der europäischen Wetterkarte weiterhin klar verteilt: Über dem nahen Atlantik ein fettes marines Hoch mit über 1035 hPa im Zentrum, von dem aus ein wuchtiger Keil (MORITZ) über Deutschland hinweg bis zum nördlichen Balkan gerichtet ist. Dem gegen über stehen die “gesammelten Werke” von CERRY (mittlerweile ist man bei den Tiefkernen #4 und #5 angelangt), seines Zeichens mehrkerniges Tiefdrucksystem über dem Baltikum bzw. NW-Russland. Ergänzt wird das illustre Duo durch DEBORAH, einem weiteren Tief, das vor den Lofoten vor sich hin kreiselt. Also im Prinzip weit weg, aber letztlich doch mit einem gewissen Impact, wie wir im Verlauf noch sehen werden. Korrespondierend zu den genannten Druckgebilden lassen sich in der Höhe die entsprechenden Potenzialsysteme finden: breiter bis sehr breiter Rücken über dem Ostatlantik, Höhentief mit Trog über dem nahen Osteuropa + Ableger bis hinüber nach Frankreich sowie ein weiterer Trog über dem Nordteil des Europäischen Nordmeers. Damit haben wir alle zusammen, wobei noch wichtig zu erwähnen ist, dass bei uns daraus eine relativ glatte, nach Süden hin leicht zyklonal konturierte nördliche Höhenströmung resultiert, in der aber zumindest heute keine nennenswerten dynamischen (Hebungs)Impulse erkennbar sind.

So wird das heutige Dienstagswetter in der frisch eingeflossenen maritimen Polarluft (mP; T850 heute Mittag 6 bis 10°C) weitgehend durch den Tagesgang bestimmt. Die Nachtaufstiege zeigen eine Sperrschicht etwa zwischen 800 und 750 hPa, die nach Osten hin bis zum Nachmittag bis zu 600 hPa angehoben wird. Das reicht aus, um aus der labilen, aber nicht besonders feuchten Grundschicht heraus ein paar Schauer herauszuquetschen. Prädestiniert dafür vor allem die östliche Mitte plus BB und Franken. Zwar gehen die Cloud-Tops z.T. bis an -10°C heran, was aus theoretischen Überlegungen heraus sogar elektrische Schauer ins Spiel bringt. Praktisch wird´s aber eher schwierig, da in der vertikalen Wasserdampfbilanz ein paar Prozentpunkte fehlen dürften.

Im großen Rest der Nation steht ein weitgehend, im Westen sowie der westlichen Mitte sollte man besser sagen ein weiterer trockener Tag auf der Karte, an dem neben flacher und vielfach hochbasiger Quellbewölkung häufig die Sonne scheint. Anfänglich aus der Nacht heraus noch vorhandene stratiforme Wolkenfelder (z.B. Sachsen, Thüringen, Nordbayern, aber auch weiter west-nordwestlich) werden durch die solare Einstrahlung perforiert respektive in Quellungen überführt. Thermisch geht´s hoch auf rund 20°C direkt an der See und 22 bis 26°C sonst, wobei die höchsten Werte im Südwesten zu erwarten sind.

In der Nacht zum Mittwoch nähert sich von der Nordsee ein KW-Trog, quasi ein Abgesandter des o.e. Nordmeertroges. Mit Hilfe von Überströmungseffekten wird über Südnorwegen eine Zyklogenese in Gang gesetzt, aus der ein kleines aber feines Tief resultiert, das via Skagerrak das südschwedische Festland ansteuert (BWK/FU Berlin hat das Tief DEBORAH genannt, was nicht ganz nachvollziehbar ist. Die originale DEBORAH von den Lofoten zieht südlich von Spitzbergen zur Barentssee). Zwischen dem nach Südwesten zur Nordsee gerichteten Bodentrog und dem sich nicht vom Fleck rührenden Hoch wird das Druckfeld gehörig komprimiert, was unweigerlich ein Auffrischen des Windes zur Folge hat. Betroffen bis zum Morgen die Deutsche Bucht inkl. Inseln und Küstenstriche, wo der Nordwestwind in Böen Stärke 7 Bft, vereinzelt 8 Bft erreicht. An der Ostsee kommt der Wind eher aus West und ist zunächst auch nicht ganz so flott unterwegs. Gleichwohl können im Westen gerade auf Fehmarn die ersten steifen Böen 7 Bft auftreten.

Ansonsten gilt es zu konstatieren, dass über der Nordhälfte leichte WLA in Gang kommt, die von der Nordsee her fast die gesamte Nordhälfte mit tiefer Bewölkung (Inversion bei 800 hPa) zupflastert. Gegen Morgen können vor allem in Küstennähe hier und da ein paar Tropfen Regen oder Nieselregen fallen. Nach Süden hin dagegen verläuft die Nacht meist gering bewölkt oder klar mit den entsprechend tiefsten Tiefsttemperaturen. Stellenweise geht´s runter bis auf nahe 5°C, während unter den Wolken im Norden zweistellige Werte Trumpf sind (Küste um 16°C).

Mittwoch…

ändert sich an der Grundkonstellation gar nicht mal so viel. Das Hoch über dem Ostatlantik bleibt prominent, verjagt sogar die gute DEBORAH von den Lofoten (kräftiger, nach NO ausgerichteter Keil). Auch Familie CERRY lässt sich weiterhin auf der Wetterkarte finden, wobei sich nun aber ein neuer Spießgeselle dazugesellt. Die Rede ist von unserem “Nachttief”, das am Mittag mit etwas über 1005 hPa im Kern über Südschweden Rast macht, um später raus auf die südöstliche Ostsee zu ziehen. Die zugehörige Kaltfront erreicht gegen Mittag den äußersten Norden/Nordwesten des Vorhersageraums, wodurch vorgelagerte Hochkeil (MORITZ) ein Stück weit komprimiert wird.

Allerdings reichen seine Fähigkeiten noch dicke aus, dem Süden das tiefe Gewölk aus der Nordhälfte vom Leib zu halten und gerade nach Südwesten hin sogar einen sonnigen Tag mit wenig Gewölk zu generieren. Dabei kann sich die gealterte Polarluft (xP) auf 24 bis 27, im südlichen Oberrheingraben bis zu 29°C erwärmen. So warm wird es in den übrigen Landesteilen freilich nicht und ganz im Norden, vornehmlich an der schönen Nordsee muss man gar ernsthaft um das Erreichen der 20°C-Marke bangen. Darüber hinaus wird etwa bis hinunter zur Mainlinie ´ne Menge Bewölkung geboten, deren Hang zur Lücke sich in einem überschaubaren Rahmen abspielt. Stattdessen sollte man bis hinunter an die nördliche Mittelgebirgsschwelle mit zeitweiligem leichtem Regen/Nieselregen bzw. einzelnen Schauern rechnen. Nicht ausgeschlossen, dass am Spätnachmittag/Abend im Nordosten, wenn dort der o.e. KW-Trog durchschwenkt und entsprechend die Luftmasse labilisiert, sogar vereinzelte Gewitter an den Start gehen. CAPE gibt es zwar wenig und auch nur skinny, dafür ist die Scherung gut - vielleicht reicht´s für ein paar (wenige) elektrische Entladungen. Das Warnmittel der Wahl wäre gelb, gerade an der Küste auch ocker wegen Böen 8 Bft. Hinzu kommt Graupel respektive eher kleiner Hagel, wohingegen Starkregen ausnahmsweise mal keine Rolle spielen sollte.

Wer auf alle Fälle eine Rolle spielt ist der Wind, der aus West bis Nordwest kommend nun auch an der Ostsee sowie allgemein im küstennahen Binnenland Fuß fasst. Was die Häufigkeit von stürmischen Böen 8 Bft angeht (selbst eine glatte “9” kann exponiert nicht ausgeschlossen werden), bleibt die Nordsee auf der Pole. Zwar sind auch an der Ostsee 8er-Böen möglich, jedoch nicht in dem Maße und in der Häufigkeit wie am westlichen Partnermeer. Zu weit nach Süden sollten die morgigen Windwarnungen im Binnenland nicht ausgreifen. Zwar deutet sich dort in Verbindung mit einem Schauer auch mal ´ne steife Böe 7 Bft an, für eine Warnung ist das aber zu wenig.

In der Nacht zum Donnerstag zeiht das Tief zur südöstlichen Ostsee. Gleichzeitig macht die zugehörige Kaltfront über Deutschland Boden nach Süden hin gut, wodurch nun auch in den Süden Wolkenfelder verfrachtet werden. Regen ist dort allerdings kaum zu erwarten, vielleicht reicht es am östlichen Alpenrand für ein paar kärgliche Schauer. Deutlich wahrscheinlicher sind Schauer zwischen Ostsee und Erzgebirge, wo der o.e. KW-Trog deutliche Spuren hinterlässt. Selbst ein nächtliches Gewitter kann nicht ausgeschlossen werden. Der NW-Wind an der See lässt zwar langsam nach, rund um Rüden, Usedom und den Darß sowie an der Nordsee können aber selbst in den Morgenstunden noch einige Böen 7 Bft auftreten. Gerade auf und an der Nordsee ist ohnehin noch ein kleines Fragezeichen angebracht, das in Verbindung mit einem weiteren, von Südnorwegen südwärts vorstoßenden flachen Bodentrog in Verbindung steht (Timing, Geometrie).

Tiefstwerte 16 bis 8°C, direkt an der See am mildesten.

Donnerstag…

schwächt sich das Hoch über dem Atlantik in seinem Ostteil ab bzw. zieht sich etwas nach Westen zurück. Das macht den Vorhersageraum anfälliger für Störungen von Nordwesten, von denen die nächste in Form eines kompletten Frontensystems zunächst aber noch außen vor bleibt. Und so verläuft der Tag ein wenig zwischen den Stühlen: in der Höhe noch ein bisschen was vom inzwischen über dem östlichen ME angelandeten Trog, am Boden ein bisschen Tief (bei Kaliningrad), ein bisschen Hochkeil, im Süden letzte Kaltfrontreste und - ganz wichtig - eine frische Portion maritimer Polarluft (mP), in der T850 in der Nordhälfte z.T. bis auf 5°C zurückgeht.

Unter dem Strich kommt dabei - sofern man nicht das Mikroskop anlegt - eine Dreiteilung des Wetter heraus, die folgendes Aussehen hat. Zone #1 befindet sich ganz im Norden (Teile von SH und Mecklenburg, vielleicht noch ein Stück südwärts), wo eine durch Skandenföhn abgetrocknete Luftmasse einströmt und für heiter bis wolkige Verhältnisse sorgt. Es schließt sich Zone #2 an, ein von den Niederlanden und Teilen der Nordsee bis hinüber zur Oder und Neiße bzw. zum Erzgebirge reichender Korridor, in dem es wolkig bis stark bewölkt zugeht. Hier und da fallen ein paar Tropfen Regen, zwischen Vorpommern und Lausitz sind bedingt durch die Nähe zum Trog und der damit verbundenen Labilität sogar “richtige” Schauer oder vereinzelte Gewitter möglich. Bliebe noch Zone #3, im Südwesten und Süden, wo ebenfalls das Label “heiter bis wolkig” greift (im westlichen Teil mehr Sonne als weiter östlich Richtung ostbayerische Mittelgebirge). Zone #3 ist es auch, die temperaturmäßig am höchsten abschneidet mit Spitzen zwischen 23 und 27°C. Ansonsten stehen 18 bis 24°C auf der Karte mit den tiefsten Werten an der See. Dort weht ebenso wie in Teilen Ostdeutschlands zunächst noch ein frischer und böiger Nordwestwind, der Im Tagesverlauf aber nachlässt.

In der Nacht zum Freitag nähert sich von der Nordsee die Warmfront eines Tiefs unweit von Jan Mayen. Sie bringt dem äußersten Nordwesten dichte Wolken, voraussichtlich aber noch keinen Regen. Auch im Osten verläuft die Nacht vielfach wolkig, während es in der Südhälfte häufig aufklart. Mit 14 bis 6°C wird es abermals ziemlich frisch, nur direkt am vergleichsweise warmen Nord- und Ostseewasser bleibt es etwas milder.

Modellvergleich und -einschätzung

Der Fahrplan steht, noch ausstehende Unschärfen wurden im Text angerissen.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach

Dipl. Met. Jens Hoffmann